Eines dieser Bücher, wie sie gerne aus der Schweiz kommen: sachlich, unangestrengt, solide, mehr Sein als Schein. Über Meister Tod hat Paul Hugger geschrieben, und Giorgio von Arb hat SW-Fotoreportagen beigesteuert.

Die Kulturgeschichte des Sterbens in der Schweiz und in Liechtenstein hält auf 335 Seiten, was der Titel verspricht; sie beschreibt Sterberituale über Jahrhunderte, analysiert Todesanzeigen und Testamente, Bestattungsunternehmen und Post-mortem-Fotografen; sie beschäftigt sich mit Inszenierungen des Todes, der Bestattungskultur von Minderheiten und der Trauerarbeit von Eltern.

(€ 55,-, Offizin, Zürich 2002; im Bild eine der wenigen Jüngeren bei der Karfreitagsprozession im Tessiner Bergdorf Santa Maria in Calanca). Eines dieser Bücher, die gelesen gehören und nicht aufs Kaffeetischchen gelegt. (mf, DER STANDARD Printausgabe 31.10.2003)