Premiere Chef Georg Kofler nimmt betacrypt vom Sender.

Bild: Premiere
Premiere hat sein bisheriges Verschlüsselungssystem betacrypt abgeschaltet, nun werden die Premiere Programme sowohl im Kabelnetz als auch über Satellit ausschließlich mit dem neuen System Nagravision verschlüsselt. Alle Schwarzseher, die Premiere bislang mit gefälschten oder manipulierten Smartcards gesehen haben, sollen laut Premiere damit vom Empfang der Programme ausgeschlossen sein

"Die Zukunft hat begonnen"

„Das ist ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte von Premiere“, sagte Kofler. „Mit der Abschaltung von betacrypt haben wir das letzte große Kapitel der Vergangenheit abgeschlossen. Die Zukunft von Premiere hat heute begonnen.“ In der Vergangenheit sei er sich wie der Geschäftsführer eines Juweliergeschäftes vorgekommen, dessen Schaufensterscheibe eingeschlagen war. „Jetzt haben wir eine einbruchssichere Panzerverglasung – und niemand bedient sich an unserer Auslage, ohne zu zahlen.“

Abonnentenzahlen

Nach Erfahrungen in anderen europäischen Ländern geht Kofler davon aus, dass der Wechsel des Verschlüsselungssystems sich in den Abonnentenzahlen widerspiegeln wird. Bis zu 20 Prozent der schätzungsweise rund eine Million bisherigen Schwarzseher werden demnach in den kommenden sechs Monaten zu regulären Premiere Abonnenten werden. „Sie haben ja bereits in der Vergangenheit für Premiere gezahlt, leider nur an die falschen Adressen: an die Kartendealer“, sagte Kofler.

Umstieg

Der Umstieg auf Nagravison hatte bereits vor zwei Monaten begonnen. Seit Anfang September verschickte Premiere an mehr als 2,7 Millionen Abonnenten neue Smartcards. Die scheckkartengroßen Nagravision-Smartcards sind der Schlüssel für den Empfang des Premiere Programms. Die stufenweisen Abschaltung von betacrypt, die heute wurde in den vergangenen zwei Wochen abgeschlossen. Für Nagravision hatte sich Premiere im März 2003 entschieden. Das Verschlüsselungssystem des Schweizer Softwarehauses Kudelski wurde speziell für das Abo- TV-Unternehmen weiterentwickelt und wird auch von den großen Kabelnetzbetreibern in Deutschland eingesetzt.(red)