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Foto: APA/dpa/Peter Roggenthin
New York - Forscher haben ein Gen entdeckt, dass die Pubertät einleitet. Das Gen GPR54 löst offenbar eine Kettenreaktion aus: Es beeinflusst vermutlich zunächst die Ausschüttung oder Aktivierung des Hormons GnRH. Dieses wiederum regt im Gehirn die Hypophyse zur Herstellung von Hormonen an, die dann zur Produktion der Sexualhormone Östrogen oder Testosteron führen.

Die Entdeckung könnte nach einem Bericht der Zeitschrift "Nature" Wege eröffnen zur Entwicklung einer neuen Fruchtbarkeitstherapie sowie zur Behandlung von Menschen, bei denen die Pubertät verfrüht, verspätet oder überhaupt nicht einsetzt. Bei etwa jedem 15. Kind beginnt die Pubertät schon im Alter von acht Jahren. Bei Kindern, die untergewichtig sind oder Leistungssport treiben, setzt die sexuelle Reifung dagegen häufig besonders spät ein. Bei Menschen mit Idiopathischem Hypogonadotropem Hypogonadismus (IHH), einer seltenen Erkrankung, fällt die Pubertät ganz aus.

US-Forscher stellten nun bei IHH-Patienten eine Veränderung des Gens GPR54 fest. Bislang erhalten diese Patienten regelmäßig das Hormon GnRH unter die Haut gespritzt, um die Hormonproduktion anzukurbeln. Sie könnten künftig möglicherweise schonender mit Mitteln behandelt werden, die die Aktivität von GPR54 anregen. GPR54-Blocker dämpfen dagegen die Testosteron-Wirkung und könnten damit zur Behandlung von Prostata-Krebs eingesetzt werden. (APA/AP)