Washington - Das US-Außenministerium hat dem Geheimdienstausschuss des Senats am Freitag elf von 15 angeforderten Dokumenten zum Kenntnisstand der Regierung über die Gefährlichkeit des Irak vor dem Krieg übergeben. Zwei weitere Dokumente würden in Kürze übergeben und die restlichen zwei sobald wie möglich, sagte der Sprecher des Ministeriums, Richard Boucher.

Entscheidungsgrundlage

Angesichts der Vorwürfe, Präsident George W. Bush habe zur Rechtfertigung des Krieges die vom Irak ausgehende Bedrohung übertrieben dargestellt, prüft der Senatsausschuss das Material, das der Regierung als Entscheidungsgrundlage diente. Auch das Pentagon und der Nationale Sicherheitsrat wurden vom Geheimdienstausschuss des Senats zur Herausgabe bestimmter Dokumente aufgefordert.

Vorwurf der Verschleppungstaktik

In Briefen an Außenminister Colin Powell, Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice setzten die zwei Ausschussvorsitzenden von Republikanern und Demokraten für die Herausgabe der gewünschten Dokumente eine Frist bis zum (heutigen) Freitag. Sie warfen den zuständigen Regierungsstellen zugleich eine Verschleppungstaktik vor.

Hauptgrund zur Rechtfertigung des Krieges war der angebliche irakische Besitz von Massenvernichtungswaffen. Bis heute wurden jedoch keinerlei Waffen dieser Art in dem Land gefunden. (APA)