Frankfurt - Der irische Billigflieger Ryanair will seine Aktivitäten auf dem deutschen Markt auch künftig ausdehnen. Wie Commercial Director Sean Coyle bei einer Pressekonferenz am Montag in Frankfurt mitteilte, sind in nächster Zeit zwei neue Auslandsrouten vom Flughafen Hahn aus geplant. Zudem würden weitere Flugzeuge auf dem Hunsrück-Airport stationiert, wieviel sei noch unklar. Von der Anzahl zusätzlicher Flugzeuge auf Hahn sei zudem abhängig, ob Ryanair auch innerdeutsche Verbindungen anbieten werde, bekräftigte Coyle frühere Aussagen.

Der Manager teilte ferner mit, Ryanair verhandle derzeit über den Zugang zu zwei weiteren deutschen Abflughäfen. Die Renditen am Flughafen Hahn liegen Coyle zufolge leicht unter dem Konzerndurchschnitt. Die Auslastung der dort startenden und landenden Maschinen liege mit 84 Prozent jedoch 1 Prozentpunkt über dem durchschnittlichen Sitzladefaktor im Konzern.

Rendite von 43 Prozent

Ryanair wies zum ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2003/04 eine Nettomarge von 29 (Vorjahr: 32) Prozent aus. Die Rendite vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Leasingraten (EBITDAR) belief sich auf 43 (44) Prozent.

Für das volle Geschäftsjahr 2003/04 bestätigte Coyle die Prognosen eines Nettogewinns von 265 Mio. Euro und eines Umsatzes von knapp 1 Mrd. Euro. Die hohe Profitabilität der irischen Low-Cost-Airline beruht auf dem langen Abschreibungszeitraum. Während Ryanair ihre Maschinen auf 25 Jahre abschreibt, beläuft sich diese Zeitspanne bei anderen Airlines auf durchschnittlich 12 bis 15 Jahre.

Mehr geleaste Flugzeuge

Wie weiter mitgeteilt wurde, soll der derzeit noch gegen Null tendierende Anteil geleaster Flugzeuge mittel- bis langfristig auf rund ein Drittel der Gesamtflotte steigen. Von den aktuell bestellten 150 neuen Maschinen werde bereits ein Drittel gemietet sein. Auch die für Anfang 2004 zur Auslieferung anstehenden 10 Boeing 737-800 wollen die Iren leasen.

Fluggesellschaften unternähmen solche Schritte gewöhnlich dann, wenn sie sich um ihren Cash-Flow sorgten, kommentierte ein Analyst das Vorhaben. Ryanair hatte mitgeteilt, dass die Renditen im laufenden 2003/04 um 10 bis 15 Prozent zurückgehen dürfte, die Nettomarge jedoch über 20 Prozent liegen werde. (APA)