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"Saddam hielt Kriegsvorbereitungen für Bluff"

Reuters/JACK DABAGHIAN
Washington - Der gestürzte irakische Präsident Saddam Hussein soll die amerikanischen Kriegsvorbereitungen im Frühjahr nach Angaben von Ex-Vizepremier Tarek Aziz für einen Bluff gehalten haben. Aus diesem Grund habe der Staatschef auch keine nennenswerten Gegenoffensiven befohlen, als US-Truppen das Land im März stürmten, berichtete die "Washington Post" am Montag unter Berufung auf Verhörprotokolle von Tarek Aziz und Regierungsbeamten. Französische und russische Gesandte hätten Ende 2002 und Anfang 2003 der irakischen Führung den Eindruck vermittelt, Saddam Hussein könne einen Bodenkrieg vermeiden oder im Ernstfall unbeschadet überstehen. Die Vermittler aus Paris und Moskau hätten dem irakischen Präsidenten versichert, ihre Regierungen würden einen Krieg durch Verzögerungen und Vetos im UNO-Sicherheitsrat verhindern, berichtete die amerikanische Zeitung. Später hätten die Gesandten Saddam Hussein davon überzeugt, dass zunächst ein langer Luftkrieg anstehe, ehe es zu einer Bodeninvasion kommen werde. Tarek Aziz habe in Verhören angegeben, der Irak habe tatsächlich über keinerlei Vorräte an Massenvernichtungswaffen verfügt. Allerdings habe Saddam Hussein persönlich die Herstellung oder Beschaffung von verbotenen Langstreckenraketen angeordnet. (APA)