San Bernadino - Nach der weitgehenden Abschwächung der Jahrhundertfeuer im US-Bundesstaat Kalifornien haben die Behörden nun vor Erdrutschen, Überschwemmungen und massiver Luftverschmutzung in der Region gewarnt. Die verheerenden Brände hätten den Bewuchs an zahlreichen Hügeln und Berghängen vernichtet, so dass die Erdmassen an vielen Stellen nicht mehr stabilisiert seien, sagte Feuerwehrsprecher Rob DeHart am Montag in San Bernadino.

Bei Regenfällen drohe nun das Erdreich abzurutschen. In Tälern könne es zudem zu Felsstürzen und Überschwemmungen kommen, wenn Regenwasser ungebremst die Hänge herabströme.

Rückkehr

Die Behörden hoben unterdessen die Anordnungen zu Evakuierungen in den meisten betroffenen Gebieten auf. Viele Einwohner könnten damit nun zu ihren Wohnorten zurückkehren, sagte DeHart weiter. Bei der Brandbekämpfung hätten die Einsatzkräfte "definitiv eine Schwelle überschritten" und die Feuer weitgehend unter Kontrolle bekommen. Bei weiterhin günstigen Wetterbedingungen seien die meisten Brandherde voraussichtlich bis Wochenmitte gelöscht. Auch das größte einzelne Feuer bei San Diego mit einer zwischenzeitlichen Ausdehnung von mehr als 110.000 Hektar sei nun zu "90 Prozent" unter Kontrolle. Dazu hätten auch die anhaltenden Schnee- und Regenfälle beigetragen, ergänzte ein Sprecher der Forstbehörden.

Tausende Einwohner von San Bernadino rund 80 Kilometer östlich von Los Angeles traten nach bis zu zweiwöchigen Zwangsaufenthalten in Notunterkünften den Weg zu ihren meist restlos zerstörten Häusern an. "Meine Kettensäge ist nur noch eine Spur geschmolzenen Metalls, das den Abhang heruntergeflossen ist. Alles ist weg", sagte der Familienvater Gary Arnott fassungslos. Nur ein Todesfall in der Familie könne schlimmer sein. In seinem Wohnviertel standen nur noch sechs von zuvor 60 Häusern.

Den gewaltigen Bränden in Kalifornien und Mexiko waren mindestens 22 Menschen zum Opfer gefallen. Den Behörden zufolge könnten die Ermittler noch mehr Todesopfer finden, wenn sie in die zerstörten Brandgebiete vordringen. Mehr als 3.300 Häuser brannten bis auf die Grundmauern nieder, mehr als 105.000 Menschen mussten in Notunterkünften untergebracht werden. Schätzungen zufolge verursachten die wahrscheinlich schwersten Brände in der Geschichte des US-Bundesstaats Schäden und Kosten von mehr als zwei Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro). US-Präsident George W. Bush wollte am Dienstag in die Region reisen.(APA/AFP)