London - Die Deutsche Bibliothek sammelt schon seit 1998 Publikationen im Internet. Jetzt will auch die ehrwürdige British Library in verstärktem Maße die im Netz liegenden Wissensschätze bergen und für die Nachwelt aufbewahren. Grundlage ist ein neues Gesetz, das vom Unterhaus verabschiedet wurde.

"Dieses neue Gesetz bedeutet, dass ein wichtiger Teil des veröffentlichten Kulturgutes der Nation auch in Zukunft sicher und zugänglich sein wird", sagte der Initiator der Reform, der Labour-Abgeordnete Chris Mole. Die Londoner Archivare werden neben Beiträgen auf Web-Sites auch CD-ROM-Veröffentlichungen sammeln. Der Schwerpunkt liegt zunächst auf wissenschaftlichen Publikationen.

Bisher hat die British Library nur eine kleine Sammlung von Online-Publikationen angelegt. Die Gesetzesnovelle verpflichtet nun die Verleger, der British Library eine Kopie ihrer elektronischen Publikationen zukommen zu lassen - ähnlich wie es bei den gedruckten Veröffentlichungen gehandhabt wird. Die British Library schätzt, dass im vergangenen Jahr 52.000 Zeitschriftenausgaben in Großbritannien elektronisch publiziert wurden. Es wird erwartet, dass diese Zahl bis 2005 auf mehr als 190.000 steigen wird. (APA)