Wien - Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) will vor einer endgültigen Stellungnahme zum Ansturm der Lehrer auf die Frühpension erst die offiziellen Zahlen der Landesschulräte abwarten. Der Wechsel an den Schule werde jedenfalls reibungslos über die Bühne gehen - zu einem Engpass könnte es lediglich in den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern kommen, erklärte sie Dienstag vor dem Ministerrat. Dort habe es aber bisher schon Engpässe gegeben habe, auch dieses Problem werde man über entsprechende Ausschreibungen lösen.

Mehr als 3.000 Pädagogen dürften die Möglichkeit in Anspruch nehmen, am 1. Dezember in den Vorruhestand zu wechseln.

Gehrer betonte, dass es das Vorruhestandsmodell schon seit 1997 gebe und jene, die es in Anspruch nehmen, hohe Abschläge in Kauf zu nehmen hätten. Die Ministerin bezifferte diese mit mehr als fünf Prozent pro Jahr. Sobald die Zahlen der Landesschulräte vorliegen, werde man außerdem genau differenzieren zwischen Alterspension, vorzeitiger Pension auf Grund von Krankheit bzw. Vorruhestand.

Keine Mehrkosten, weil ...

Die Landesschulräte hätten jedenfalls versichert, dass auf Grund der vorliegenden Wartelisten mit Junglehrern die freiwerdenden Stellen problemlos besetzt werden könnten. Man müsse das auch als Chance für junge Menschen sehen, betonte Gehrer. Dass das Modell - ältere gehen in Vorruhestand, jüngere werden parallel dazu eingestellt - Mehrkosten verursacht, will die Ministerin so nicht dargestellt sehen. Sie verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass jene, die in Vorruhestand gehen, lebenslang eine stark verminderte Pension beziehen und Junglehrer ein entsprechend niedrigeres Gehalt bekämen.

Finz räumt ein

Finanzstaatssekretär Alfred Finz (V) betonte, dass Vorruhestandsmodell für Lehrer sei im Licht des Gesamtpakets der Verwaltungsreform zu sehen. Finz räumte aber ein, dass es in dieser Übergangsfrist nun zu Mehrkosten kommen könne. (APA)