Eine Fernsehserie über den ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagen ist vom amerikanischen Fernsehsender CBS aus dem Programm genommen worden, nachdem die Republikanische Partei massive Kritik an dem Zweiteiler geübt hatte. Das berichteten am Dienstag verschiedene Medien unter Berufung auf Mitarbeiter der Filmproduktion.

Unfair porträtiert

Der "Hollywood Reporter" berichtete, CBS-Präsident Leslie Moonves habe sich gegen die ursprünglich für den 16. und 18. November geplante Ausstrahlung der Miniserie entschieden, weil Ronald Reagan auf unfaire Weise porträtiert werde. Obwohl CBS in den vergangenen Wochen 18 Szenen aus dem Film entfernt hat, die Reagan nach Einschätzung von Kritikern in einem schlechten Licht darstellten, sei die Serie nach Meinung des CBS-Chefs weiterhin zu einseitig. Unklar sei noch, ob der Film an einen mit CBS verbundenen Pay-TV-Sender verkauft werde.

Kampagner zum Boykott des Senders

Der Absetzung vorausgegangen sind massive öffentliche Beschwerden von Seiten der Republikanischen Partei. So verwies der Parteivorsitzende Ed Gillespie in einem Brief an Moonves auf die angeblich negative Darstellung von Ronald Reagan. Zudem starteten Anhänger des Präsidenten eine Internet-Kampagne zum Boykott des Senders.

Der CBS-Chef soll daraufhin angewiesen haben, Teile des Films ohne das Einverständnis des Regisseurs und der Produzenten zu ändern. "Es gab Szenen, von denen wir denken, dass sie zu weit gehen", sagte Moonves dem Fernsehsender CNBC. Den Medienberichten zufolge veranlasste der CBS-Präsident unter anderem das Herausschneiden einer Passage, in der sich Reagan über Aids-Kranke äußert.

"Diejenigen, die in Sünde leben, sollen in Sünde sterben", hieß es in dem ursprünglichen von den Drehbuchautoren erfundenen Dialog. Die Republikaner kritisierten auch, dass Reagan als vergesslich dargestellt worden sei und manche wichtige Entscheidung von Nancy Reagan getroffen wurde. (APA/dpa)