Wien - Die Universität für Bodenkultur hat die Umstellung auf eine Departmentstruktur abgesegnet: Die bisherigen 40 Institute wurden demnach zu 13 Departments zusammengefasst. Was - bei gleich bleibend prekärer Budgetlage - aber auch eine Kürzung der Institutsmittel um fünf bis zehn Prozent bedeute, erklärte der neue Boku-Rektor, Hubert Dürrstein: Vom Uni-Budget will er Gelder zurückbehalten, "um Schwerpunkte setzen zu können". Beispielsweise im Umweltschutz, der Naturgefahrenforschung oder Biotechnologie.

Derzeit werden die Gelder wie bisher verteilt: Die Departments erhalten die Summe der Budgets der ihnen zugeordneten Institute. Langfristig sollen aber diejenigen das meiste Geld bekommen, die am meisten leisten. "Hauptproblem ist es hier, die Leistungskriterien zu finden", so Dürrstein.

Aus Sicht des Unilehrerverbandes (ULV) ging die Strukturumstellung verhältnismäßig glatt über die Bühne. Man habe die Betroffenen eingebunden, sagt der ULV-Vorsitzende Helmut Habersack. Und schließlich laufe der Prozess auch bereits seit zwei Jahren. Zudem bleiben die Institutsstrukturen innerhalb der Departments vorläufig auch weitgehend erhalten, so Dürrstein. Auf längere Sicht seien aber Stellenumwidmungen möglich: Man brauche Flexibilität in Personalfragen.

In puncto Lehre sieht Dürrstein die Boku auf dem richtigen Weg: Mit diesem Wintersemester wurden drei Studien auf die dreigliedrige Bakkalaureatsstruktur umgestellt, die restlichen zwei folgen im nächsten Jahr. Hier regt sich Kritik vonseiten der Hochschülerschaft: "Manche dieser Bakkalaureatsstudien sind unstudierbar", kritisiert die ÖH-Boku-Vorsitzende Barbara Ecker. Teilweise sind 20 bis 30 Semesterwochenstunden zu absolvieren - Lernen und Lesen nicht einbegriffen. Und bei Verzögerungen drohe der Verlust der Studienbeihilfe, so Ecker. (wpl/DER STANDARD, Printausgabe, 5.11.2003)