Wien - Immer mehr Menschen versuchen mit ver- oder gefälschten Dokumenten auf dem Luftweg nach Österreich einzureisen, berichtet das Innenministerium. Ab Mittwoch werden so genannte Dokumentenberater ins Ausland geschickt, die die Fälschungen schon am Check-in-Schalter entdecken sollen. Für politische Flüchtlinge könnte die Maßnahme gravierende Folgen haben.

Die eigens geschulten Dokumentenberater haben drei Hauptaufgaben, erläutert Robert Strondl vom Innenministerium: "Erstens die Schulung des Personals der Fluglinien selbst. Zweitens der Einsatz auf dem ausländischen Flughafen, wo das Schalterpersonal beraten wird. Und drittens die Schulung von österreichischen Botschaftsangehörigen, um die Erschleichung von Visa zu verhindern."

Das auch von zahlreichen anderen Staaten angewandte Prinzip kann aber für politische Flüchtlinge gravierende Folgen haben. Denn wenn ein Flüchtling mit gefälschten Dokumenten auszufliegen versucht und beim Check-in erwischt wird, muss ihn die Fluglinie aufgrund internationaler Verträge abweisen - und die Behörde verständigen. Eine Verhaftung des Betroffenen wird dadurch erleichtert.

Im Innenministerium erhofft man sich durch die vorerst 18 eingesetzten Beamten, die bis zu drei Monate im Ausland bleiben, einen deutlichen Rückgang der illegalen Migration über den Luftweg und geringere Kosten. (moe/DER STANDARD, Printausgabe, 5.11.2003)