Bild nicht mehr verfügbar.

Hugo Simon feierte drei Stadthallen-GP-Erfolge, E.T. erst zwei. Das Ross wird den REiter nicht einholen.

Foto: APA/Pfarrhofer
16 Jahre hat er jetzt schon auf dem Buckel, der Hengst E.T., der auch ein Fuchs ist. Lange wurde er von Hugo Simon (61) geschont, jetzt ist er wieder in Topform und also der Star beim "18. Fest der Pferde" in der Wiener Stadthalle, das morgen mit dem "Kinderfest" beginnt. Simon sagt: "Wir treten gemeinsam ab."


Wien - Fair Lady, Lavendel, Flipper, Gladstone, The Freak, Amaretto, Apricot, E.T. Die Liste der Rösser, denen Hugo Simon in 35 Jahren mit Erfolg die Sporen gegeben hat, ist lang. Auf Lavendel war er 1972 Olympia-Vierter, mit Flipper feierte er 157 internationale Siege, Gladstone trug ihn zur Goldmedaille bei den olympischen Ersatzspielen 1980, Apricot hielt den Steigbügel zu olympischem Silber mit der Mannschaft 1992. Und E.T.? Olympia-Vierter 1996, Weltcupsieger 1996 und 1997, lange das mit Abstand beste und wertvollste Sprungpferd der Welt. "Er ist", sagte Simon stets, "unverkäuflich."

Nicht zuletzt hat Simon dreimal den Audi-Grand-Prix beim "Fest der Pferde" in der Stadthalle gewonnen, zweimal half E.T. sehr kräftig mit, ebenso oft war übrigens allein Thomas Frühmann erfolgreich, der dem Turnier mittlerweile nur noch organisatorisch seinen Stempel aufdrückt. "Die Leute", sagt Hugo Simon, "wollen ihren Hugo sehen." Deshalb hört er nicht auf, deshalb ist auch E.T. zurück gekehrt nach längerer Verletzungspause, um heuer schon Siege in Mauren und Wr. Neustadt zu landen. "Solange E.T. gesund ist, so lange machen wir weiter. Wir treten gemeinsam ab." Der Deutsche Franke Sloothaak stellte dazu fest: "Ohne den Hugo wäre unser Sport sehr viel ärmer."

Auch Sloothaak gibt Wien die Ehre, er bringt den doppelten Europameister Christian Ahlmann mit. Erstmals in der Stadthalle zu sehen ist Weltmeister Dermont Lennon aus Irland, die Schweiz schickt mit Markus Fuchs den Führenden in der Weltrangliste, dazu Nadja und Willi Melliger sowie Beat Mändli, der sich vor einem Jahr im Großen Preis durchgesetzt hat. Die ewigen Briten John Whitaker und Geoff Billington kreuzen mit ihren ebenfalls bereits reitenden Söhnen auf, Robert Whitaker dürfte nach dem Vater geraten, er ist schon Nummer neun der Welt. Österreich hofft in erster Linie auf Simon und Anton Martin Bauer, der 2002 der erfolgreichste Reiter des Turniers war.

Simon sagt, er reite nicht des Geldes, sondern des Spaßes wegen. "Ob ich gewinne, geht mir am Arsch vorbei. Mir sind die Zuschauer wichtiger als der Erfolg, ich will, dass sich die Zuschauer wohl fühlen. Seit ich nicht darauf angewiesen bin, Geld zu gewinnen, reite ich lockerer, und seit ich lockerer reite, bin ich erfolgreicher als früher."

E.T., 162 Zentimeter hoch (Widerrist) und 520 Kilogramm schwer, steht sowieso quasi über den Dingen. Ein Fuchs ist er seiner Haarfarbe wegen und außerdem Hannoveraner, was laut Lexikon weniger mit der Stadt zu tun hat als mit einer "Rasse im Typ des deutschen Reitpferdes, die im Hochleistungssport eine führende Stellung einnimmt".

Ein Tollhaus

"Erwachsene haben nur in Begleitung von Kindern Zutritt", lautet morgen (16) die Devise, Tausende junge Pferdenarren werden trampeln, johlen und die Stadthalle in ein Tollhaus verwandeln. Im Freitag-Programm dominieren die Dressurreiter, die ihr Musikfinale am Sonntag absolvieren, für die Springreiter geht's im Mannschaftspreis (Samstag) und im Derby (Sonntag) um viel und am Montag im Grand Prix um alles. (Fritz Neumann, DER STANDARD PRINTAUSGABE 5.11. 2003)