Washington - Ein geistig Behinderter ist im US-Bundesstaat Georgia hingerichtet worden. Das Todesurteil gegen James Willie Brown wurde am Dienstagabend (Ortszeit) mit einer Giftspritze vollstreckt, wie die Strafvollzugsbehörden mitteilten.

Dagegen protestiert die "Nationale Koalition zur Abschaffung der Todesstrafe". Deren Vorstand Brian Roberts sagte, Menschen mit schweren psychischen Krankheiten dürften "nicht als vollständig verantwortliche Erwachsene" angesehen werden. Dies gelte auch für geistig Zurückgebliebene und Minderjährige.

17 Mal Schizophrenie und Paranoia

James Willie Brown wurde für die Vergewaltigung einer Frau im Jahre 1975 zum Tode verurteilt.1981 wurde er dennoch als für die Hinrichtung. Bei Brown wurden 17 Mal Schizophrenie und Paranoia festgestellt. 1981 wurde er dennoch als für die Hinrichtung "geeignet" eingestuft. Seit Jahresbeginn wurden in den USA nach Angaben des Washingtoner Informationszentrums über die Todesstrafe 58 Menschen hingerichtet.

Weitere Hinrichtungengeplant

Die Hinrichtungen von zwei weiteren behinderten Todeskandidaten sind für Freitag dieser und kommender Woche in North Carolina geplant. Joseph Keel leidet unter einem Hirntrauma, Apathie und heftigen Stimmungsschwankungen und hat mehrere Selbstmordversuche hinter sich. Er wurde 1990 wegen Mordes an seinem Schwiegervater verurteilt.

John Dennis Daniels, der im selben Jahr für die Ermordung einer Frau die Höchststrafe bekam, hat psychiatrischen Gutachten zufolge das geistige Niveau eines elf- oder zwölfjährigen Kindes.

(APA/AFP/DER STANDARD; Printausgabe, 5.11.2003)