Die erfolgreichen Topmanager des weltweit drittgrößten Luxuskonzerns, des Florentiner Modehauses Gucci, werden entlassen. Gucci-Mehrheitsaktionär Fran¸cois Pinault will den Vertrag des Konzernpräsidenten und CEO, Domenico De Sole und seines Stilisten Tom Ford nicht verlängern, teilte das Unternehmen mit.

Grund dafür scheint die zu große Unabhängigkeit, die sich Gucci-Sanierer De Sole und sein Chefdesigner, der Texaner Ford, in den letzten Jahren angeeignet hatten. Francois Pinault vom französischen Handelsimperiums Pinault Printemps Redoute (PPR) möchte aber aktiv in das Modegeschäft eingreifen. Der Markt reagierte mit kräftigen Kursverlusten auf die Entscheidung.

Öffentliches Übernahmeangebot

Die Pinault-Gruppe, die gegenwärtig 67,3 Prozent des Gucci-Kapitals kontrolliert, wird im Frühjahr 2004 ein öffentliches Übernahmeangebot für die restlichen Anteile präsentieren. Der gelernte Steueranwalt De Sole hat sich in den letzten Jahren nicht nur als Sanierer der einst konkursreifen Gucci-Gruppe bewährt, sondern auch als wahres Verkaufstalent erwiesen. Innerhalb von zehn Jahren machte er die einstige Guccio Gucci SpA zum weltweit drittgrößten Luxuswarenkonzern.

Dabei zeigte er sich als schlauer Verhandler zwischen dem ehemaligen Gucci-Großaktionär, dem Luxusartikler Arnault (LVMH), und seinem Rivalen Pinault. Durch die Akquisition von namhaften Modefirmen (Yves St. Laurent, Bottega Veneta etc.) erreicht er 2003 einen Umsatz von knapp drei Mrd. Euro. Die Nachfolgefrage ist noch nicht ungeklärt. Bis April werde das Duo De-Sole-Ford noch im Amt bleiben. (DER STANDARD Printausgabe, 5.11.2003)