Wien - Nach dem halbtägigen ÖBB-Streik haben am Dienstagabend in der "ZiB2" sowohl ÖGB-Präsident Fritz Verzetntisch als auch Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl für neue Gespräche plädiert.

"Durchs Reden kommen die Leute zusammen."

Leitl sagte: "Streik löst keine Probleme." Man sollte wieder zusammen finden: "Durchs Reden kommen die Leute zusammen." Verzetnitsch meinte, er gehe davon aus, dass die nächsten Stunden und Tage genützt werden und die Regierung das Gesprächsangebot der Gewerkschaft annimmt.

Der ÖGB-Präsident forderte dabei aber die Regierung auf, echte Verhandlungen zu führen und von ihrem "Diktat" abzurücken. Bisher habe die Regierung nur gesagt, an den Eckpunkten der geplanten Reform sei nicht zu rütteln. Deshalb seien die Besitzstandswahrer auch auf Seiten der Regierung und nicht der Gewerkschaft zu suchen.

Schriftlich dokumentiert

Die Eisenbahner seien für Reformen, das hätten sie auch schriftlich dokumentiert. Es gebe ein schriftliches Angebot der Gewerkschaft, sagte Verzetnitsch. Dass die Gewerkschaften zu einer außerparlamentarischen Opposition würden, wies der ÖGB-Präsident zurück. Die Gewerkschaften seien "kein Ersatz für politischen Parteien".

Die unmittelbaren Kosten des Streiks sind für Leitl "schwer bezifferbar". Die ÖBB nannten zwei bis 2,5 Millionen Euro an Netto-Kosten. (APA)