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Viele Irakerinnen entbinden ohne medizinische Versorgung

Foto: REUTERS/Yannis Behrakis
New York - Die Zahl der Frauen im Irak, die während der Schwangerschaft oder der Entbindung sterben, hat sich nach einer UNO-Studie seit 1989 etwa verdreifacht. Bei 100.000 Geburten seien im vergangenen Jahr 310 Frauen gestorben, 1989 seien es 117 gewesen, heißt es in einer am Dienstag in New York veröffentlichten Studie des UNO-Bevölkerungsfonds (UNFPA). Zwei Drittel aller Irakerinnen würden immer noch zu Hause und ohne medizinische Betreuung entbinden. Nur 60 Prozent würden während der Schwangerschaft medizinisch betreut, 1996 seien es noch 78 Prozent gewesen. Zwischen 50 und 70 Prozent der Schwangeren litten an Blutarmut, Malaria und anderen schweren Krankheiten. Viele Krankenhäuser sind noch nicht funktionstüchtig Als Gründe für den Anstieg der Sterberate gibt die UN-Organisation unter anderem eine Verschlechterung der Sicherheitslage sowie des Verkehrs- und Kommunikationsnetzes an, weshalb viele Frauen einen schlechteren Zugang zu medizinischer Versorgung hätten. Wegen des jahrelangen UNO-Embargos hätten irakische Ärzte außerdem keinen Zugang zu neuen medizinischen Entwicklungen bekommen. Krankenhäuser seien beschädigt, die Versorgung mit Medikamenten, Wasser und Strom sei mangelhaft, heißt es in der UN-Studie weiter. Eine medizinische Infrastruktur sei zwar vorhanden, müsse aber verbessert und modernisiert werden. (APA)