Bild nicht mehr verfügbar.

Die beiden Staatschefs Silvio Berlusconi und Wladimir Putin "warm eingepackt" bei ihrem Treffen in Februar. Der Empfang von Seiten Berlusconis war auch diesmal warm. Für das Treffen selbst könnte Tschetschenien und die Yukos-Affäre für leichte Unterkühlung sorgen.

REUTERS/Viktor Korotayev

Rom/Moskau – Unter dem Eindruck der Yukos-Affäre hat am Donnerstag der EU-Russland-Gipfel in Rom begonnen. Der russische Präsident Wladimir Putin wurde am Vormittag vom italienischen Regierungschef und amtierenden EU-Ratspräsidenten Silvio Berlusconi sowie EU-Kommissionspräsident Romano Prodi in der Villa Madama bei Rom empfangen. An den Gesprächen nehmen auch der stellvertretende russische Ministerpräsident Viktor Christenko und Außenminister Igor Iwanow teil. Als Vertreter der EU sind zudem die Kommissare Chris Patten (Außenbeziehungen) und Pascal Lamy (Handel) sowie der Außenbeauftragte Javier Solana dabei. Bei dem Treffen sollte es auch um Visa-Fragen sowie das Kyoto-Protokoll gehen.

Berlusconi nimmt Putin in Schutz

Berlusconi hatte zuvor Putin in der Affäre um den russischen Ölkonzern Yukos in Schutz genommen. Die Moskauer Justiz habe völlig unabhängig gehandelt, sagte Berlusconi nach ersten bilateralen Gesprächen am Mittwoch. Putin habe ihn zuvor über die Affäre ins Bild gesetzt. Seiner Ansicht nach könne keine Rede sein von einem Missbrauch der Justiz durch die Politik, betonte Berlusconi.

Dagegen forderte Solana Russland auf, "Zweifel" rund um die Yukos-Affäre auszuräumen. Er hoffe, dass die Moskauer Regierung behilflich sein werde, die Bedenken zu beseitigen, um das Vertrauen in die russische Wirtschaft wiederherzustellen, sagte der EU-Außenbeauftragte Javier Solana in einem Interview mit der russischen Tageszeitung "Nesawissimaja Gaseta" (Donnerstagsausgabe). Entscheidend sei, dass der gesamte juristische Vorgang transparent sei und in Einklang mit den Normen eines Rechtsstaats verlaufe. (APA)