New York - Die Entscheidung der Vereinten Nationen über ein globales Verbot des Klonens von Menschen ist am Donnerstag mit nur einer Stimme Mehrheit um zwei Jahre verschoben worden. Frühestens im Herbst 2005 kann nun eine Abstimmung über eine entsprechende Konvention durch die UN-Vollversammlung erfolgen.

Für die Verschiebung der Klon-Entscheidung stimmten auch Deutschland und Frankreich. Die Vertreter beider Länder gaben eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie ihr "Ja" zu einer Verschiebung damit begründeten, dass so die Chance bestünde, schwere Differenzen zwischen den UN-Mitgliedstaaten bei der Klonproblematik durch weitere Verhandlungen zu überwinden.

In Deutschland sind allerdings bereits alle Formen des Klonens von Menschen verboten. In Frankreich steht ein entsprechendes Gesetz kurz vor der Bestätigung. Beide Länder hatten ein umfassendes internationales Klonverbot durch die UN angeregt.

Abstimmungsergebnis

Wie sehr die Klonfrage die UN-Staaten in zwei große Lager gespalten hat, machte das Abstimmungsergebnis deutlich: 80 Staaten stimmten für die Verschiebung, 79 stimmten dagegen, während sich 15 der Stimme enthielten. Die USA und zahlreiche weitere Staaten, die gegen den von Iran im Namen der Islamischen Konferenz gestellten Verschiebungsantrag stimmten, befürworten eine Konvention über ein vollständiges Verbot des Klonens von Menschen.

Eine andere große Gruppe unter Führung Belgiens, Großbritanniens, Chinas, Singapurs und Japans will nur einem Verbot des reproduktiven Klonens zustimmen, das Babys mit dem identischem Erbgut eines Elternteils erzeugen würde. Das so genannte therapeutische Klonen, mit dem menschliche Embryos in einem sehr frühen Stadium für die Gewinnung von Ersatzgewebe und -organen im Labor erzeugt werden, soll nach den Vorstellungen dieser Staaten nicht verboten werden. (APA/dpa)