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50.000 Urlauber will Hofer im ersten Jahr ans Reiseziel bringen

Foto: REUTERS/Peter Macdiarmid
Wien - Der Handelsdiskonter Hofer steigt ins Reisegeschäft ein. Hofer will ab Mitte Dezember in seinen rund 300 Filialen in Österreich auch Urlaubsreisen "mit höchster Qualität zu niedrigsten Preisen" anbieten. Reisepartner ist die 100-prozentige Tochter des Österreichischen Verkehrsbüros, die Kitzbühler Eurotours, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Hofer und Eurotours.

Buchung per Internet, Hotline oder Bestellkarte

Ab Mitte Dezember sollen die Angebote der neuen ERS-Touristik (Europäischer Reise Service), einer speziell für den Reisevertrieb von Hofer gegründeten 100-Prozent-Tochter, mittels Flugblätter österreichweit beworben werden. Die Reisen können telefonisch über eine Hotline, mittels Bestellkarte oder über das Internet gebucht werden. Durch diese Buchungsvarianten würden sämtliche Buchungs- und Beratungskosten sowie Servicegebühren entfallen.

Geschnürt wird das gesamte Reisepaket von der Eurotours, die an sich auf Österreich-Reisen spezialisiert ist, aber auch Auslandsreisen verkauft. "Das ist ein großer Schritt für Eurotours und damit für das Österreichische Verkehrsbüro", sagte Verkehrsbüro-Generaldirektor Rudolf Tucek. "Das ist ein Super-Deal, der da gelungen ist." Neue Vertriebsschienen hätten derzeit im Markt das größte Wachstum. Der Direktvertrieb werde mittelfristig 25 bis 30 Prozent Marktanteil erreichen. Die Verkehrsbüro-Gruppe verfolge mit diesem Schritt "konsequent jenen Weg weiter, der uns direkt zum Kunden führt".

50.000 im ersten Jahr

"Unser Ziel ist es, schon im ersten Jahr etwa 50.000 Personen in den Urlaub zu bringen", sagte Hofer-Geschäftsführer Armin Burger in einem aktuellen "Format"-Bericht. Burgers Erklärung für den Einstieg ins Reisebusiness: "Der Lebensmittelhandel wird immer enger, deshalb muss man neue Kundenschichten erschließen, um zusätzliche Umsätze zu lukrieren".

Branchenkenner erwarten durch die Hofer-Aktivitäten einen heftigen Preiskampf. Hofer ist nicht die erste Handelskette, die im Touristikgeschäft wildert. Die Rewe-Tochter ITS Billa Reisen ist bereits seit mehr als zwei Jahren als Reiseveranstalter erfolgreich. Seit kurzem bietet auch der Kaffeeröster Eduscho/Tchibo in Österreich über seine Filialen ausgewählte Urlaubsreisen in Kooperation mit der TUI-Tochter "Berge und Meer".

Reisen auch in deutschen Regalen

In Deutschland hat der Handelskonzern KarstadtQuelle vor wenigen Tagen angekündigt, in Kooperation mit dem Reiseveranstalter Thomas Cook Billigreisen anbieten zu wollen. Auch der Lebensmittelhändler Tengelmann (in Österreich mit "Zielpunkt" und "Plus" vertreten) will sein Reiseangebot bei der Diskontlinie Plus in Deutschland ausweiten. Deutsche Medien spekulieren seit längerem darüber, dass auch die Hofer-Mutter Aldi bzw. deren größten Konkurrent Lidl demnächst Reisen ins Regal nehmen könnten. (APA)