Wien - Die Zahl jener Personen, die die Möglichkeit der Altersteilzeit in Anspruch nehmen, hat im Oktober mit 32.014 einen neuen Höchstwert erreicht. Allerdings ist die Zeit der rasanten Anstiege von durchschnittlich 1.000 Personen monatlich vorbei. Seit Juni ist nach Daten des Arbeitsmarktservice (AMS) nur mehr eine geringfügige Steigerung zu verzeichnen gewesen.

Probleme mit den Pensionsdaten

Mit ein Grund für diese Entwicklung könnte aber auch sein, dass derzeit viele Personen, die die Altersteilzeit erwägen, Probleme mit den Pensionsdaten haben. Jeder Antragsteller braucht ja seinen neuen fiktiven Pensionsstichtag. Man müsste ferner auch damit rechnen, dass im November und Dezember wieder ein stärkerer Anstieg eintreten könnte, da viele noch die bis Jahresende geltende Regelung der Altersteilzeit ausnützen wollen. Im Jahr 2000 hatte die Altersteilzeit noch lediglich 6,26 Millionen Euro gekostet, 2001 schnellten die Ausgaben auf 69,4 Millionen Euro hinauf und im Vorjahr waren es bereits 230,3 Millionen Euro (3,15 Milliarden Schilling). Von 2003 bis Ende 2009 wird mit Gesamtkosten von 1.382,97 Millionen Euro (gut 19 Milliarden Schilling) gerechnet.

Auslaufmodell

Das derzeitige Modell der Altersteilzeit läuft Ende 2003 aus. Danach wird man nur noch fünf Jahre statt derzeit maximal sechseinhalb Jahre die Altersteilzeit in Anspruch nehmen können. Die frühest mögliche Inanspruchnahme der Altersteilzeit beginnt dann fünf Jahre vor dem frühest möglichen Pensionsantritt, wobei dieser bis Jahresende bei 61,5 Jahre für Männer und 56,5 Jahre für Frauen beträgt und danach bis 2013 die Angleichung an das "normale" Pensionsantrittsalter von 65 Jahren Männer und 60 Jahren Frauen erreicht ist. Das bis Ende 2003 laufende Modell der Altersteilzeit sieht vor, dass Frauen ab dem 50. und Männer ab dem 55. Lebensjahr eine Reduktion ihrer Arbeitszeit bis auf 40 Prozent vereinbaren können. In diesem Fall wird der Lohn zwar ebenfalls auf bis zu 40 Prozent reduziert, allerdings gibt es bis zum Gang in die Frühpension vom AMS die Hälfte der Differenz auf den bis dahin bezahlten Lohn zusätzlich ausbezahlt. Bei 40 Prozent Arbeit käme man dann auf maximal 70 Prozent des ursprünglichen Gehalts, bei 50 Prozent Beschäftigung auf 75 Prozent und bei 60 Prozent Arbeit auf höchstens 80 Prozent des Lohnes.

Gedeckelte Summe

Allerdings wird die Summe von reduziertem Gehalt und AMS-Beitrag mit der Höhe der Höchstbeitragsgrundlage gedeckelt, derzeit sind das 3.360 Euro (46.235 Schilling). Konkret bedeutet dies, dass heute bei einem Bruttogehalt von bis zu 4.480 Euro (61.647 Schilling) und einer 50-Prozent-Regelung die 75 Prozent des Ursprungsgehalts fast zur Gänze ausbezahlt werden: Die Hälfte der 4.480 Euro, 2.240, plus die Hälfte der restlichen 2.240 Euro, 1.120, vom AMS - zusammen käme der Betroffene damit auf die 3.360 Euro. Jemand, dessen Bruttogehalt über den 3.360 Euro liegt, erhält also prozentmäßig entsprechend weniger. Wenn also jemand bisher 6.720 Euro brutto verdient und auf 50 Prozent der Arbeitszeit reduziert, gibt es überhaupt keinen AMS-Beitrag mehr. (APA)