Angel Shingre hatte die indigene Bevölkerung im Kampf um ihren Regenwald unterstützt. Unter anderem auch beim Prozess gegen den US-Ölkonzern Chevron Texaco.

Foto: Global 2000
Wien - Am Dienstag wurde in Ecuador der Umweltschützer und Menschenrechtsaktivist Angel Shingre auf offener Straße erschossen. Der 47-Jährige hatte für die Rechte der indigenen Bevölkerung und der Kleinbauern im Regenwaldgebiet des südamerikanischen Landes gekämpft - unter anderem als Leiter der nichtstaatlichen Rechtshilfe-Organisation "Oficina de Derecho Ambiental" - und indigene Bewegungen in Pindo und Shiripuno in einem Gerichtsverfahren gegen den US-Ölkonzern Chevron Texaco unterstützt. Der Mord wurde in der Stadt Coca begangen, die im Zentrum der ecuadorianischen Ölförderung liegt.

Global 2000: "Blutzoll der Ölförderung"

Für Global 2000 liegt der Verdacht nahe, dass mit dem Mord ein "unerschrockener Kämpfer für die Rechte der Indigenen gegenüber den Ölfirmen" aus dem Weg geräumt werden sollte. "Wir sind entsetzt über den furchtbaren Mord an Angel Shingre", erklärte die Umweltschutzorganisation in einer Aussendung. "Der Blutzoll der Ölförderung wird immer höher, hier gelten keine Menschenrechte mehr, hier herrscht mörderische Gewalt und skrupellose Profitgier." Ölförderung und Regenwaldschutz würden nicht zusammengehen - in dem dem Gebiet seien Umweltkatastrophen durch Pipeline-Brüchen an der Tagesordnung und zerstörten die Lebensgrundlage indigener Familien.

Prozess gegen Texaco

Gegen Texaco läuft derzeit eine Anklage wegen Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen seit den 1960er Jahren. Angel Shingre organisierte professionelle Rechtsvertretungen der indigenen Bevölkerung gegenüber den Ölmultis.

OMV-Delegation derzeit in Ecuador

Seit Mittwoch befindet sich eine Delegation der OMV zu einem Umweltaudit in Ecuador. Dieses soll die endgültigen Voraussetzungen für den Abschluss des Kaufs von Ölanteilen. Sie solle vom Kauf zurücktreten, forderte Global 2000: "Sich in einem solchen Gebiet zu engagieren, heißt sich mitverantwortlich zu machen für den systematischen Bruch von Menschen- und Umweltrechten." (red/APA)