Wohl mit kaum einem Titel wird mehr Missbrauch betrieben wie mit dem Master of Business Administration (MBA). Wer sich nur von dem imageträchtigen Titel blenden lässt, der hat oftmals das Nachsehen. Denn dahinter kann alles stecken vom Schmalspurprogramm über ein Aufbaustudium in Betriebswirtschaft bis zur anspruchsvollen Managementweiterbildung.

Entscheidendes Qualitätsmerkmal ist daher die Akkreditierung von der richtigen Organisation. Da es sich bei einem guten MBA-Programm um eine internationale Managementausbildung handeln sollte, empfiehlt es sich, auch auf eine internationale Akkreditierung zu achten. Weltweit stehen dabei die Gütesiegel AACSB, EQUIS und AMBA für die hohe Qualität eines Programms, und etliche Topschulen dürfen inzwischen alle drei Gütesiegel führen.

AACSB International:

Die Association to Advance Collegiate Schools of Business (AACSB International) akkreditiert seit 1964 MBA-Programme in den USA und ist seit einigen Jahren auch weltweit tätig. 454 Schulen wurden bisher akkreditiert, darunter auch 17 europäische. Eine österreichische Business School ist bisher nicht dabei. Dabei begutachtet die AACSB nicht das einzelne Programm, sondern die gesamte Business School. Vorsicht ist angebracht, wenn eine Schule damit wirbt, "Member of AACSB" zu sein. Denn das bedeutet noch lange nicht, dass sie dort auch akkreditiert ist.

EQUIS:

In Europa hat die European Foundation for Management Development (efmd) mit dem European Quality Improvement System (EQUIS) eine eigene Akkreditierung ins Leben gerufen. Auch bei EQUIS wird nicht das einzelne Programm, sondern die gesamte Schule akkreditiert. Begutachtet werden nur Schulen, deren Angebote auf einem hohen Qualitätsniveau liegen. Eine nationale Akkreditierung - wie etwa durch die FIBAA - ist dabei jedoch keine notwendige Voraussetzung. 64 Schulen, darunter alle europäischen Topschulen, dürfen das EQUIS-Gütesiegel inzwischen führen. Auch hier ist bisher keine österreichische Schule dabei.

AMBA:

Auch die britische Association of MBAs (AMBA) ist weltweit tätig und hat weltweit über 150 Programme akkreditiert, rund die Hälfte davon in Großbritannien und bisher keine in Österreich. Die AMBA akkreditiert nicht die gesamte Schule, sondern alle MBA-Programme, die dort angeboten werden. Das bedeutet: Besteht ein Programm den Qualitätstest nicht, bekommt die Schule keine Akkreditierung.

FIBAA:

Im deutschsprachigen Raum ist die FIBAA (Foundation for International Business Administration Accreditation) aktiv. Im Gegensatz zu den anderen Organisationen akkreditiert die FIBAA auch Programme, die überhaupt noch nicht laufen, sondern nur geplant sind. Experten beobachten dieses Verfahren daher mit Skepsis, da sich so keine verlässliche Aussagen über die Qualität treffen ließen.

Insgesamt wurden bisher 37 MBA-Programme im deutschsprachigen Raum akkreditiert, darunter allerdings auch Programme an Schulen, die nicht als Hochschule anerkannt sind. In Österreich sind bisher acht MBA-Programme akkreditiert. (Bärbel Schwertfeger, DER STANDARD Printausgabe, 31.10./1.11./2.11.2003)