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Der kolumbianische Innenminister Fernando Londono legte am Donnerstag sein Amt zurück.

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Ein Informationsposten in der inoffiziellen Hauptstadt der FARC, San Vicente del Caguan.

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Bogota - Die kolumbianische Armee hat nach Angaben von General Reinaldo Castellanos einen Großangriff linksgerichteter Rebellen auf Bogota abgewehrt. Mehr als 1.300 Rebellen seien in den Bergen um die Hauptstadt zusammengezogen worden, um Straßen zu blockieren und neue Kämpfer zu rekrutieren, sagte Castellanos. Er zeigte dabei eine Karte des militärischen Geheimdienstes, wonach 14 Einheiten der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) in das Gebiet entsandt wurden. Wie der General weiter sagte, hätten sich die FARC-Kämpfer bei einem Angriff nicht lange gegen die waffentechnisch überlegenen Regierungstruppen halten können. Die Operation hätte der Rebellenkommandeur Marco Urelio Rodriguez Buenida leiten sollen. Er wurde dann aber bei einer Kommandooperation der Armee am 30. Oktober getötet. Ein weiterer FARC-Kommandeur, Luis Alexis Castellanos Garzon, wurde am vergangenen Sonntag getötet. Innenminister Londono nach Kritik am Präsidenten zurückgetreten

Bereits am Donnerstag ist der kolumbianische Innenminister Fernando Londono wie angekündigt zurückgetreten. Das Rücktrittsgesuch liege Präsident Alvaro Uribe bereits vor, verlautete aus dem Umfeld des Ministers. Von Uribe, der sich in der 180 Kilometer nordöstlich von Bogotá gelegenen Stadt Paipa mit Militärs traf, gab es zunächst keine Reaktion. Der Rücktritt Londonos, einem politischen Schwergewicht im Kabinett und Gefolgsmann Uribes seit dessen Amtsantritt im August 2002, stürzt die Regierung in eine tiefe Krise.

Bereits am Vortag hatte Londono mit Kritik an Uribe für ein politisches Erdbeben in der Hauptstadt gesorgt. Londono deutete an, dass der Präsident nicht mehr die notwendige Unterstützung der Konservativen im Kongress habe. Uribe habe "nicht die Absicht, in seinem Palast zu bleiben, nur um die verbleibenden drei Jahre seines Mandats zu überleben, wenn er nichts für die Nation tun kann", sagte Londono wörtlich vor konservativen Abgeordneten.

Uribe politisch angeschlagen

Uribe gilt seit dem Scheitern eines von ihm angestrengten Referendums zur Korruptionsbekämpfung als politisch angeschlagen. Die Volksabstimmung Ende Oktober war wegen zu geringer Beteiligung gescheitert. Gleichzeitig wurde bei den Kommunalwahlen erstmals in der Geschichte Kolumbiens mit dem früheren Gewerkschaftsführer Luis Eduardo Garzón ein Politiker der Linken und Widersacher Uribes zum Bürgermeister der Hauptstadt Bogotá gewählt.

Uribe hat seinem engen politischen Wegbegleiter zwar umgehend widersprochen und betont, er werde seine verbleibende Amtszeit von drei Jahren voll ausschöpfen, aber die Verunsicherung über die Zukunft des erst im vergangenen Jahr gewählten Präsidenten wurde nicht restlos ausgeräumt. "Die Zeit, die uns bleibt, werden wir nutzen. Zusammen macht das sechs Jahre, drei tagsüber und drei nachts", sagte der Staatschef. (APA/AFP/dpa/AP/red)