Washington/Santiago - In einer Zeremonie im Weißen Haus in Washington, an der auch Außenminister Colin Powell und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld teilnahmen, verkündete Bush am Donnerstag das Gesetz, mit dem zusätzliche Haushaltsmittel in Höhe von 87,5 Milliarden Dollar freigegeben werden. Die USA hätten sich nach den Anschlägen in New York, Washington und Pennsylvania vom 11. September 2001 "verpflichtet, offensiv gegen den Terrorismus vorzugehen", sagte Bush. "Wir sind entschlossen, den Bedrohungen zu trotzen und uns gegen sie aufzulehnen, bevor sie unsere eigenen Städte treffen." Bei den Anschlägen waren rund 3.000 Menschen ums Leben gekommen.Erfolg für Bush Die Bewilligung des Milliardenpakets gilt als Erfolg für Bush, der auf eine schnelle finanzielle Unterstützung besonders im Irak gedrungen hatte. Die jetzige Vorlage ist ein Kompromiss aus Entwürfen von Senat und Repräsentantenhaus. Der Senat hatte zunächst die Hälfte der Mittel zum Wiederaufbau im Irak nur als Kredit gewähren wollen. Auf Druck des Weißen Hauses wird nun der volle Betrag als Zuschuss gezahlt. Im Frühjahr hatte der Kongress der Regierung bereits 75 Milliarden Dollar für den Kampf gegen den Terrorismus gewährt. Die USA haben 2003 ein Rekordhaushaltsdefizit von mehr als 370 Mrd. Dollar angehäuft. 120.000 Soldaten für Rotationseinsatz Das US-Verteidigungsministerium mobilisiert inzwischen im Rahmen seines Rotationsverfahrens 128.000 aktive Soldaten und Reservisten für den Einsatz im Irak und in Afghanistan. Sie sollen in den ersten Monaten des kommenden Jahres bereits seit längerem in beiden Ländern stationierte Truppen ablösen, wie Pentagon-Chef Donald Rumsfeld bestätigte. Der Wechsel solle stufenweise erfolgen, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. US-Präsident George W. Bush hat unterdessen das vom Kongress bewilligte Milliardenpaket in Höhe von 87,5 Mrd. Dollar (75,5 Mrd. Euro) für den Irak und Afghanistan unterzeichnet. Reservisten Mobilisiert werden sollen konkret 85.000 Soldaten und rund 43.000 Reservisten der US-Armee. Damit komme "der Großteil der Reservisten und der Nationalgarde" zum Einsatz, sagte Rumsfeld. Wenn es die Sicherheit im Irak zulasse, würden die derzeit vier Divisionen und 17 Brigaden auf drei Divisionen und 13 Brigaden verkleinert. Annan schließt baldiges UNO-Kommando aus

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat unterdessen eine baldige Übertragung des Kommandos der multinationalen Streitkräfte im Irak auf die UNO ausgeschlossen. "Wir glauben nicht, dass die Vereinten Nationen in naher Zukunft die Verantwortung für diese multinationalen Streitkräfte übernehmen werden", sagte Annan bei einem Besuchs in Santiago de Chile am Donnerstag. Annan erinnerte daran, dass der UN-Sicherheitsrat im Frühjahr seine Unterstützung für eine multinationale Truppe im Irak gewährt habe. Diese bestehe nun überwiegend aus US-Soldaten.

Er hoffe jedoch, dass im Laufe der Zeit weitere Staaten "Möglichkeiten" zur Unterstützung fänden. Es bestehe "ein Zusammenhang zwischen den Militäraktionen vor Ort und dem politischen Prozess vor Ort", sagte Annan. Die UNO sei trotz des Abzugs von Mitarbeitern infolge von Anschlägen nach wie vor im Irak aktiv. 4.000 irakische Beamte arbeiteten vor Ort für die UNO, hinzu kämen zahlreiche Mitarbeiter, die von Amman und Zypern aus tätig seien. Ein UN-Sprecher teilte unterdessen in New York mit, dass alle ausländischen UN-Mitarbeiter nach den jüngsten Anschlägen aus Bagdad vorübergehend abgezogen worden seien. (APA/dpa/AFP/Reuters)