Wien - Der "Runde Tisch" zur Pensions-Harmonisierung am Mittwoch kommender Woche ist bereits der Dritte. Die ersten beiden Verhandlungsrunden zwischen Regierung und Sozialpartnern fanden bereits vor dem Sommer statt.

Am 11. Juni hat der Nationalrat die umstrittene Pensionsreform mit der schrittweisen Abschaffung der Frühpension beschlossen. Bereits eine Woche später, am 18. Juni, fand auf Einladung von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) und Sozialminister Herbert Haupt (F) der erste "Runde Tisch" im Parlament mit den Sozialpartnern über die Harmonisierung der Pensionssysteme statt. Neben Schüssel und Haupt nahmen ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch, Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl, der Vorsitzende der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern, Rudolf Schwarzböck, sowie Arbeiterkammerpräsident Herbert Tumpel teil. Ergebnis der zweistündigen Beratungen: es wird weiterverhandelt.

Diese zweite Verhandlungsrunde ging dann am 30. Juni - mit gleicher Besetzung - im Bundeskanzleramt über die Bühne. Bei diesem "Runden Tisch" wurden die Eckdaten außer Streit gestellt: Generell solle man mit 65 als Referenzjahr in Pension gehen können. Mit 45 Versicherungsjahren sollen 80 Prozent der durchschnittlichen Lebensverdienstsumme erreicht werden. Weiters wurde eine "Frageliste" zur Harmonisierung erarbeitet, mit der Experten während des Sommers beschäftigt wurden.

Mitte August haben die Experten dann einen Optionenbericht vorgelegt. In ihrem Bericht zeigen die Fachleute verschiedene Möglichkeiten für das geplante Pensionskonto auf. Es geht hauptsächlich darum, in welcher Form das Ziel, dass man im Alter von 65 Jahren nach 45 Versicherungsjahren mit 80 Prozent des Durchschnittseinkommens in Pension geht, mit dem Pensionskonto umgesetzt werden kann. Über die Details haben die Experten Stillschweigen vereinbart.

Nach zweieinhalb Monate "Funkstille" in dieser Frage sollen jetzt die Verhandlungen wieder aufgenommen werden. Dafür, dass so lange keine Gespräche stattgefunden haben, machten einander Regierung und Sozialpartner gegenseitig verantwortlich. Zudem wollte man auch den ÖGB-Kongress Anfang Oktober abwarten. Vor diesem Kongress hatte der ÖGB ein eigenes Konzept für ein einheitliches Pensionssystem vorgelegt, ein gemeinsames Konzept der Sozialpartner ist bisher nicht zustande gekommen. (APA)