Bern - Unter der Schirmherrschaft des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz wurden 300 marokkanische Gefangene der Westsahara-Befreiungsfront Polisario repatriiert.

Am Donnerstag hatte der Generalsekretär der "Front Polisario", Mohamed Abdelaziz, in Algier die Freilassung von 300 Kriegsgefangenen von Freitag an "aus humanitären Gründen" angekündigt. Die Polisario kämpft seit langem für die Unabhängigkeit der von Marokko besetzten Westsahara. Die Regierung in Paris hat am Freitag die bevorstehende Freilassung der 300 Gefangenen der Polisario begrüßt, gleichzeitig aber die Freigabe der restlichen mehr als 600 verlangt. Zusammen mit seinen europäischen Partnern wolle Frankreich erreichen, dass die Polisario-Exilregierung der Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS) alle ihre marokkanischen Gefangenen freilasse, erläuterte ein Sprecher des Außenministeriums am Freitag in Paris.

Vom Roten Kreuz betreut

Seit Februar 2003 wurden unter der Schirmherrschaft des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz 643 marokkanische Gefangene freigelassen und repatriiert, wie die Hilfsorganisation am Samstag mitteilte. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt werden noch immer 614 Personen in Gefängnissen in Algerien festgehalten. Diese werden vom IKRK medizinische betreut und regelmäßig besucht. Zudem sorgt das IKRK dafür, dass der Kontakt zwischen den Angehörigen und den Inhaftierten nicht abbricht. Das IKRK rief erneut dazu auf, die Gefangenen im Einklang mit den Bestimmungen des humanitären Völkerrechts umgehend freizulassen. (APA/dpa)