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Eine zwei-Euro-Münze neben einer alten Lire-Münze in Roms Trevi-Brunnen

Foto: Reuters/Gentile
Rom - Die Mehrheit der Italiener trauert der Lira, der alten nationalen Währung, nach. 58,3 Prozent der Italiener wurden laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Demoskopea lieber weiterhin in Lire zahlen. 94 Prozent der Italiener betonten, mit dem Euro habe sich die Kaufkraft verringert. 71 Prozent behaupteten, sie seien in den letzten zwei Jahren wegen der Teuerungswelle gezwungen worden, auf Einkäufe zu verzichten und weniger auszugeben.

Auch der italienische Wirtschaftsminister Giulio Tremonti gab offen zu, dass die Euro-Umstellung und die Inflation die Kaufkraft der Italiener stark verringert habe. Die Teuerungswelle nach der Euro-Umstellung sei "tierisch" gewesen, betonte Tremonti im Fernsehen. "Nach der Teuerungswelle der letzten Zeit kann man schon von Glück reden, wenn man überleben kann. Das muss man ehrlich zugeben", sagte Tremonti.

Kleine Scheine

Der Minister sprach sich erneut für die Einführung von Ein- und Zwei-Euro-Banknoten als Maßnahme zur Inflationseindämmung aus. "Wir haben den Euro mit der Hoffnung eingeführt, dass die Inflation sinken und alles besser werden würde. In Wirklichkeit haben wir das Gegenteil erlebt. Wenn wir sofort die Ein-Euro-Banknote gedruckt hätten, wäre es nicht dazu gekommen, dass ein Euro 1.000 Lire wert ist", so der Wirtschaftsminister. Dem im Jahr 1999 fixierten Umrechnungskurs zufolge entsprechen 1.000 Lire gut 51 Eurocent.

Tremonti beschuldigte die Banken, nicht auf der Seite der Konsumenten zu stehen. "Die Banken machen Schwierigkeiten und behaupten, es sei zu teuer, Ein-Euro-Scheine zu drucken. Wir dürfen aber in Brüssel nicht nachgeben. In den USA hat der Ein-Dollar-Schein großen Erfolg. Dasselbe soll auch in Europa für die Ein-Euro-Banknote gelten", meinte der Minister. (APA)