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Ende September 2003 wurden 107 exhumierte Opfer des Massakers bei Srebrenica wiederbestattet und eine Gedenkstätte errichtet.

Foto: APA/Fehim Demir
Sarajevo - Überlebende des Massakers von Srebrenica wollen die Vereinten Nationen und die niederländische Regierung auf eine Milliarde Dollar (875 Mill. Euro) verklagen. Der Anwalt Semir Guzin sagte am Samstag der Nachrichtenagentur AP, eine entsprechende Klage werde in den kommenden drei Monaten eingereicht. "Wir bemühen uns um insgesamt eine Milliarde Dollar und hoffen auf eine außergerichtliche Einigung", erklärte Guzin.

Niederländischen Friedenstruppen verhinderten das Massaker nicht

Im Juli 1995 hatten bosnisch-serbische Truppen die UNO-Schutzzone Srebrenica überrannt und etwa 8.000 bosnische Moslems getötet. Den niederländischen Friedenstruppen dort gelang es nicht, das Massaker zu verhindern. Die niederländische Regierung übernahm die Verantwortung und trat im April 2002 zurück.

Keine Antwort der UN

Guzin hatte bereits vor einem Jahr im Namen der Überlebenden an die UNO geschrieben und um Entschädigung in Höhe von einer Milliarde Dollar gebeten. "Die Vereinten Nationen haben nie offiziell geantwortet", sagte er.

In Bosnien wurden bisher 5.000 Opfer von Srebrenica exhumiert. Mit Hilfe von DNA-Analysen konnten fast 1.200 von ihnen identifiziert werden. (APA)