Prag - Zwei Jahre nach Beginn deutscher Entschädigungszahlungen hat der tschechische Verband ehemaliger NS-Zwangsarbeiter seine Auflösung beschlossen. Mit der humanitären Geste der Berliner Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" habe die Organisation ein letztes und wichtiges Ziel erreicht, sagte der Vorsitzende Karel Ruzicka am Sonntag in Prag.

Wegen des Altersdurchschnitts von 80 Jahren sei der seit 14 Jahren bestehende Verband nicht mehr in der Lage, die 40.000 Mitglieder starke Organisation vernünftig zu führen, sagte Ruzicka. Die Auflösung, die formell im kommenden Jahr erfolgt, wurde während einer Versammlung mit großer Mehrheit beschlossen.

Vor zwei Jahren hatte die deutsche Stiftung mit der Auszahlung von insgesamt rund 5,1 Milliarden Euro an ehemalige NS-Zwangsarbeiter in Osteuropa begonnen. Davon erhalten tschechische Opfer insgesamt etwa 216 Millionen Euro. (APA/dpa)