Rund um die Nutzung des Palais gab es heftige Debatten. Leon Zelman, Organisator des Jewish Welcome Service, wollte es als "Haus der Geschichte" gewidmet wissen - obwohl bereits der Umbau zur Parlamentsdependance im Februar 1999 beschlossen worden war. Er gewann dennoch für die Idee zahlreiche Befürworter, in der Sozialdemokratie genauso wie unter christlich-sozialen Politikern.

"Haus der Geschichte" oder "Haus der Toleranz"

Zelmans Idee wäre es, mit einem "Haus der Geschichte" oder "Haus der Toleranz" an Menschen zu erinnern, die in der NS-Zeit vertrieben wurden. Bis heute gibt es zwar Konzepte, aber keinen Standort und keine Finanzierung. Mehrmals wurde beispielsweise der Morzinplatz in der Wiener Innenstadt als Alternativstandort diskutiert. Gegenargument: Dort war das Hauptquartier der Gestapo. Wie und wo die Gründung der Republik 1918, der Holocaust, die Besatzungszeit, und - als weitere Idee - das Thema Südtirol aufgearbeitet werden können, ist umstritten. (aw/DER STANDARD; Printausgabe, 11.11.2003)