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Mehr als 15.000 brasilianische VW-Arbeiter werden ihre Arbeit wieder aufnehmen

Foto: APA/EPA/Marie Hippenmeyer
Sao Paulo - Der fast zweiwöchige Streik von VW-Arbeitern in Brasilien ist beendet. Wie der Vorsitzende der Metallarbeiter-Gewerkschaft im Großraum Sao Paulo, Jose Lopez Feijo, mitteilt, stimmten mehr als 15.000 Volkswagen-Beschäftigte am Montag auf einer Versammlung im Werk Sao Bernardo do Campo, dem größten VW-Werk außerhalb Deutschlands, dem Streikende zu.

Die VW-Geschäftsführung erklärte sich bereit, ihren Beschäftigten 18 Prozent mehr Lohn zu zahlen und stimmte damit einem entsprechenden Schiedsspruch des regionalen Arbeitsgerichts von Sao Paulo zu. Der Schiedsspruch vom Donnerstag sieht auch die Bezahlung der Streiktage vor, die von den Arbeitern durch zwei Stunden Mehrarbeit am Tag kompensiert werden sollen.

Beginn am 28. Oktober

Das Angebot von VW vom Dienstag vergangener Woche, die Löhne um die Inflationsrate der vergangenen zwölf Monate (15,7 Prozent) sowie um zwei Prozent ab Juni und eine Prämie zu erhöhen, hatte die Gewerkschaft zuvor als nicht ausreichend abgelehnt. An dem am 28. Oktober begonnenen Ausstand waren die Arbeiter im Hauptwerk Sao Bernardo do Campo mit 14.700 und im Werk Sao Carlos mit 550 Beschäftigten beteiligt. Als Folge des Arbeitskampfes kam auch die Produktion im dritten VW-Werk von Taubate mit etwa 6.000 Beschäftigten nahezu zum Erliegen.

Andere Autohersteller in der Region hatten einer Lohnerhöhung um 18 Prozent bereits in der vergangenen Woche vor dem Schiedsspruch zugestimmt. Der Arbeitskampf bei VW wurde mit besonderer Härte geführt, nachdem der Konzern die Streichung von etwa 4.000 Arbeitsplätzen angekündigt hatte. Der Automobilbereich in Brasilien ist in der Krise. Zwischen Jänner und Oktober fiel die Anzahl der verkauften Fahrzeuge um 8,1 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. (APA)