Graz - Der Verein für zeitgenössische Kunst muss mit Ende November seine Ausstellungsräume in Graz schließen. Grund ist akuter Geldmangel, wie die beiden Leiter, Margarethe Makovec und Anton Lederer, am Dienstag bei einer Pressekonferenz erklärten. Die Kürzungen seitens des Landes bezeichnete Lederer als "skandalöse Geschichte", aber auch seitens der Stadt und des Bundes habe man für das nächste Jahr noch keinerlei Zusagen. In Zukunft wird es nur noch ein Büro geben, von dem aus Ausstellungen organisiert werden sollen.

2001 verzeichnete 8.000 Besucher bei verschiedenen Projekten, 2003 waren es bereits gezählte 20.000. Insgesamt vier Jahre war der Verein in der Begiergasse in eigenen Ausstellungsräumen mit rund 320 Künstlern und Kuratoren tätig, wobei der Schwerpunkt auf osteuropäischer Kunst lag.

Doch nun werden die Räumlichkeiten aufgegeben, weil sie nicht länger finanzierbar sind. Im Kulturhauptstadtjahr 2003 betrug das Budget sogar um 5.000 Euro weniger als im Jahr 2002. "Unser Ziel war es, von Stadt, Land und Bund je 36.337 Euro zu bekommen, damit wäre eine sinnvolle Basisfinanzierung gegeben", so Margarethe Makovec. Doch in der Realität gab es von der Stadt 17.000 Euro, vom Land Steiermark 7.267 und vom Bund zunächst 20.000 Euro (im Jahr davor 30.000 Euro), die nach heftigem Protest um 5.000 Euro angehoben wurden.

"Das Land Steiermark hat uns eine Drei-Jahres-Vereinbarung um 7.267 Euro angeboten, das empfinden wir als Frechheit", so Lederer. Den Grund für den finanziellen Engpass sieht Lederer darin, dass "die Kulturpolitiker von Stadt und Land Quereinsteiger sind und von der Szene keine Ahnung haben. Sie sind heillos überfordert mit der Bereitstellung von Ressourcen für die zahlreichen Neubauten". Als kleiner Veranstalter habe man dagegen "keine Chance".

Netzwerk

In Zukunft wird es daher nur noch das Büro sowie das Archiv für südosteuropäische Kunst geben. Ausstellungen sollen in verschiedenen Räumen stattfinden, fixiert wurde bisher noch nichts. Außerdem liegen zahlreiche Einladungen aus dem Ausland vor, so beispielsweise von der Galerie für zeitgenössische Kunst in Leipzig oder der kroatischen Fotoausstellung in Zagreb. "Unser profundes Netzwerk soll auf jeden Fall aufrecht erhalten werden", zeigte sich Makovec vorsichtig optimistisch.(APA)