Musiker haben in Deutschland grundsätzlich keinen Anspruch darauf, dass ihre Titel im Rundfunk gespielt werden. Dies geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Beschluss des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Münster hervor. Im vorliegenden Fall hatte eine Frau, die auf einer elektronischen Orgel teils mit Gesang Unterhaltungsmusik spielt, dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) CDs übersandt, ohne dass eines ihrer Stücke gesendet worden war. Sie verklagte daraufhin den WDR und forderte eine ausgewogene Programmgestaltung, die nicht nur große Produktionsfirmen berücksichtige.

Das Verwaltungsgericht Köln hatte die Klage der Frau abgelehnt, das Oberverwaltungsgericht ließ keine Berufung zu. Grund sei, dass die Klägerin keinen Anspruch auf Verbreitung ihrer Musiktitel habe. Die Gestaltung des Programms diene nicht dem Interesse einzelner Künstler, es gebe keinen Anspruch auf Vermittlung von Kunstwerken. Als Träger der verfassungsrechtlich gewährleisteten Rundfunkfreiheit könne sich der WDR auf seine Programmfreiheit berufen. (APA/dpa)