Jakarta - Ein flüchtiger Terrorverdächtiger aus Malaysia plant nach Erkenntnissen der indonesischen Polizei Anfang Februar ein Attentat, um an den Bombenanschlag auf das Marriott-Hotel in Jakarta vor dann sechs Monaten zu erinnern. Der indonesische Polizeichef Dai Bachtiar sagte am Donnerstag in der indonesischen Hauptstadt, handschriftliche Notizen des Verdächtigen Azahari bin Husin wiesen auf einen entsprechenden Plan hin. Die Notizen wurden in einem Hotelzimmer auf Java entdeckt.

Ende Oktober der Polizei entkommen

Die indonesischen Behörden befürchten nach einer missglückten Polizeiaktion weitere Terroranschläge in dem südostasiatischen Land. Ende Oktober waren zwei vermutlich an den Anschlägen auf Bali beteiligte Sprengstoffexperten der Polizei entkommen. Sie trügen wahrscheinlich Bomben bei sich, sagte Ansyaad Mbai vom Ministerium für Sicherheit am Dienstag der Nachrichtenagentur AP.

Sechs Bomben waren am 31. Oktober in einer Wohnung in der Stadt Bandung auf Java gefunden worden, die den Malaysiern Azahari bin Husin und Noordin Mohammed Top als Versteck gedient haben soll. Die beiden Gesuchten waren den Fahndern trotz eines Großaufgebotes an Sicherheitskräften durchs Netz geschlüpft.

Mutmaßlicher Bombenbauer von Bali

Azahari wird verdächtigt, eine der beiden Bomben gebaut zu haben, die bei den Anschlägen auf der Insel Bali im Oktober vergangenen Jahres 202 Menschen in den Tod rissen. Zudem soll er der Drahtzieher eines Bombenanschlags auf das amerikanische Marriott-Hotel in Jakarta im vergangenen August gewesen sein, bei dem zwölf Menschen getötet wurden. Auch Noordin soll an beiden Anschlägen beteiligt gewesen sein.

Nach Erkenntnissen der Polizei verändern die beiden regelmäßig ihr Äußeres und treten unter verschiedenen Namen auf. "Das Problem ist, dass die Polizei nicht weiß, wie sie derzeit aussehen", sagte Mbai. Dennoch wurden Fahndungsfotos an Moscheen und Pensionen verteilt. Indonesiens Nachbarländer Malaysia, Singapur und Thailand haben ihre Grenzkontrollen verschärft. (APA/AP)