Wien - Ein neues subatomares Teilchen gibt Physikern Rätsel auf. Es wurde von einem internationalen Team, darunter auch österreichische Forscher, in Japan entdeckt, erhielt den Namen "X (3872)" und passt in kein gängiges Schema. Protonen und Neutronen bestehen (darauf hat man sich geeinigt) aus drei Quarks. Bei hoher Energie bilden sich Mesonen, die nur aus zwei extrem kurzlebigen Quarks bestehen (eigentlich Quark und Antiquark und weil Materie mit Antimaterie nicht gut kann, kommt es ziemlich schnell zum Krach). Bei ihrer Vernichtung spritzen die Teilchen in alle Richtungen auseinander, hinterlassen messbare Spuren. Das neu beobachtete Teilchen ist nun doppelt so schwer wie bekannte Mesonen. Ein bisher unbekannter Mesonen-Verband, ähnlich wie zwei Atome ein Molekül bilden? Ein Quark-Antiquark-Doppelpack? Antworten sollen theoretische Physiker suchen. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 12.11.2003)