Berlin - Nachdem der Recklinghauser CDU-Ratsherr Hans Knoblauch im Schaufenster seines Wahlkreisbüros ein Schild mit den Worten "Man darf in Deutschland nicht mehr die Wahrheit sagen" angebracht hatte und daneben die mit antisemitischen Klischees durchsetzte Rede Hohmanns vom 3. Oktober gehängt hatte, droht nun auch ihm der Ausschluss aus der CDU. "Die Haltung Knoblauchs deckt sich nicht mit den Grundsätzen der CDU", so der Kreisverbandschef der Union, Lothar Hegemann. Er kündigte ein Parteiausschlussverfahren gegen Knoblauch an. Er habe keine Einsicht gezeigt, teilte der Kreisverbandschef mit. "Daher werden wir ihn im Kreisvorstand seiner Parteiämter entheben und das Ausschlussverfahren einleiten."

Weiterer Unterstützer

Mit dem CSU-Politiker Norbert Geis hat zudem erstmals ein Abgeordneter der Union im Deutschen Bundestag den geplanten Ausschluss des wegen antisemitischer Äußerungen umstrittenen CDU-Politikers Martin Hohmann öffentlich kritisiert. "Ich halte die Entscheidung für einen menschlichen Fehler", sagte Geis am Mittwoch im Bayerischen Rundfunk einer Mitteilung des Senders zufolge. Hohmanns Rede sei falsch verstanden worden. Seine Rede sei keine gute Rede gewesen und habe zu Missverständnissen Anlass gegeben. Eine abschließende Beurteilung stehe noch aus. "Die Entscheidung über diese Rede ist noch nicht getroffen (...)", sagte Geis. Für die Abstimmung am Freitag wird eine deutliche Mehrheit gegen Hohmann erwartet.

Hohmann bittet angeblich um "Verzeihung"

Der vom Fraktions- und Parteiausschluss bedrohte hessische CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann hat seine Fraktionskollegen nach Medienberichten um "Verzeihung" gebeten. Außerdem bat er, den Antrag auf Fraktionsausschluss wegen seiner als antisemitisch kritisierten Rede zum 3. Oktober zurückzunehmen. Das meldeten am Mittwochabend übereinstimmend "Focus Online" - das Internetangebot des Münchner Nachrichtenmagazins - und die "Fuldaer Zeitung" (Donnerstag) unter Berufung auf Erklärungen Hohmanns.

(APA/Reuters/red)