Die Nachfrage nach spontanen Kurzurlauben mit Wellness-Charakter will die Generali AG ab sofort mit einer eigenen Reisebörse im Internet befriedigen und damit eine Nische im Online-Reisemarkt besetzen. In Zusammenarbeit mit Siemens wurde auf www.wecarelife.at eine Plattform eingerichtet, auf der Urlaubshungrige exklusive Angebote von heimischen Wellness- und Gesundheitshotels buchen können, hieß es bei der Präsentation vor Journalisten heute, Mittwoch, in Wien.

Beteiligt am Projekt sind Siemens, die ÖBB und Intersport. Die Europäische Reiseversicherung als 100-Prozent-Tochter der Generali hat die Hotelverbände ÖHV, Die Urlaubsspezialisten und den Hotelausstatter hogast mit ins Boot geholt. Bis Jahresende sollen rund 150 Hotels Partner werden, so Hans Peer, Vorstandsvorsitzender der Generali und der Interunfall Versicherung AG. Im kommenden Jahr hofft man auf 50.000 bis 100.000 Nächtigungen über diesen Online-Vertriebskanal.

Mit 2,7 Mio. Gästen und rund 1,1 Mrd. Euro Wertschöpfung im gesamten Gesundheitstourismus sei Österreich die "Chill out-Zone Europas", so der Zukunftsforscher Andreas Reiter. "Die Gesellschaft am Rande des Nervenzusammenbruchs sucht die schnelle Erholung mit möglichst geringer Frustrationsgefahr, aber maximalem Erlebniswert." Im Jahr 2002 hätte rund jeder dritte Österreicher einen Kurzurlaub absolviert, wobei entweder Städte oder Gesundheits- bzw. Thermenhotels besucht wurden, so Reiter. Das große Potenzial für "Instant Wellness" läge in unseren Breiten vor allem bei der Zielgruppe Männer ("Nur duschen alleine reicht halt nicht mehr"), bei den Ewig-Junggebliebenen ("Anti-Ager") und bei Singles und Senioren.

Begeistert zeigen sich die derzeit rund 40 auf der Homepage vertretenen Hoteliers. Je nach Auftragslage könnten die Häuser spontan spezielle Angebote schnüren und selbst ins Internet stellen, so ÖHV-Präsidiumsmitglied Maria Fischbacher-Jaehner. Der Vertriebskanal kostet dem Hotelier zwischen 990 und 1.200 Euro im Jahr, als Zielgruppe sollen vorerst die zwei Millionen Generali-Kunden, 80.000 ÖBB-Vorteilscardbesitzer und rund 900.000 Intersport-Kundenkarten-Inhaber angesprochen werden. (APA)