Angesichts der von drei Bundesländern geforderten massiven Sparanstrengungen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern hat ARD-Vizechef Fritz Pleitgen mit dem Gang vor das deutsche Bundesverfassungsgericht gedroht. "Es geht um ein hohes Gut, um den Rundfunk in Deutschland. Dafür gehe ich auch nach Karlsruhe", sagte Pleitgen der "Süddeutschen Zeitung" in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview. Zwar bestehe derzeit hierfür noch kein Anlass. "Wir wären aber schlechte Intendanten, wenn wir unsere Sache nicht mit allen Kräften verteidigten." Hintergrund ist eine gemeinsame Initiative der Länder Bayern, Sachsen und Nordrhein-Westfalen, derzufolge ARD, ZDF und Deutschlandradio unter anderem in den nächsten vier Jahren fünf Prozent ihrer Planstellen abbauen sollen ( etat.at berichtete). Zugleich sollen 16 der 61 Rundfunkprogramme wegfallen und beispielsweise die Kultursender Arte und 3Sat fusionieren. Damit wollen die Bundesländer die von den öffentlich-rechtlichen geforderte Anhebung der Rundfunkgebühren auf rund 18 von derzeit 16,15 Euro verhindern. Diese war selbst der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) zu weit gegangen, die als Kompromiss eine Erhöhung auf 17,22 Euro vorgeschlagen hat. (APA/Reuters)