Wien - In der gemeinderätlichen Untersuchungskommission zur Causa Lainz ist am Donnerstag die Pflege-Chefin im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV), Generaloberin Charlotte Staudinger, vernommen worden.

Sie bestätigte, dass im Bereich Geriatrie Personalmangel generell ein Problem darstellt. "Pflege ist kein sehr moderner Beruf", sagte Staudinger. Ausbildungs- und Imagekampagnen seien gestartet worden, um hier abzuhelfen. Aber auch die Reduktion von Betten sollte helfen, betonte die Zeugin.

"Ich kenne die angespannte Personalsituation im Geriatriezentrum am Wienerwald in Lainz (GZW, Anm.). So ist sie auch in anderen Geriatriezentren", betonte Staudinger. Schon vor zehn Jahren seien Überlegungen angestellt worden, wie das GZW "eklatant verkleinert" werden könnte. Statt damals 3.000 sollten es nur mehr 1.000 Betten sein.

Reduktion um nur 800 Plätze

Gelungen sei aber lediglich eine Reduktion um etwa 800. "Auf Grund der Nachfrage an Heimplätzen ist eine Verzögerung festzustellen", berichtete Staudinger, die bis 2001 Leiterin der Krankenpflege im KAV war und 2002 - nach der Unternehmenswerdung des KAV - in der Generaldirektion den Bereich Weiterentwicklung, Evaluierung, Planung und Ausbildung im Bereich Pflege übernommen hat.

Staudinger berichtete der U-Kommission zum Thema Pflege-Missstände auch von einem Bericht der internen Revision, wonach es in Lainz nicht zu strafrechtlich relevanten Handlungen gekommen ist. Genauer erörtert wurden derartige Fragen jedoch nicht. Ausschuss-Vorsitzender Karlhans Körber betonte, dass dies Sache des Staatsanwaltes bzw. des Richters sei. (APA)