Sofia - Die größten bulgarischen Gewerkschaften haben den Rücktritt der Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsident Simeon Sakskoburggotski gefordert. 5000 Mitglieder der Konföderation der unabhängigen Gewerkschaften Bulgariens (KNSB) und der antikommunistischen Podkrepa protestierten am Donnerstag vor dem Regierungssitz und in den Straßen von Sofia gegen die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Regierung. Die gestiegenen Preise für Strom, Zentralheizung, Telefongespräche, Brot und Medikamente drückten 3,2 Millionen Bulgaren unter der Armutsgrenze, kritisierten die Gewerkschaften. Die Protestierenden aus allen Teilen des Landes forderten eine Erhöhung der staatlich gezahlten Löhne und Renten um zehn Prozent von 2004 an sowie eine Senkung der Einkommenssteuer für die niedrigsten Löhne von 15 auf 12 Prozent. Sie lehnten den Regierungsentwurf für den Staatshaushalt für das nächste Jahr ab, weil er unter anderem keine Steuersenkungen vorsieht. Der Vorsitzende von KNSB, Scheljasko Hristow, rief die Demonstranten auf, ihre Forderungen mit einer Menschenkette um das Parlament am 20. November durchzusetzen, wenn dort der Etatsentwurf 2004 diskutiert werden soll. (APA/dpa)