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Foto: APA/Pfarrhofer
"Auf alte Freunde hat er schnell vergessen." Wer sich bei der Salzburger Exekutive über den ehemaligen Chef der Kriminalabteilung des Landesgendarmeriekommandos und früheren Kollegen erkundigt, bekommt überraschend wenig Positives zu hören. Vor seinem Aufstieg zum Reformarm des Innenministers war der bei FBI, Europol und im Bundeskriminalamt Wiesbaden ausgebildete Franz Lang als Kollege beliebt und fachlich hoch geschätzt.

Das hat sich deutlich geändert: Der Umbau des Exekutivapparates im Auftrag von VP-Minister Ernst Strasser trägt Langs Handschrift. Die Einsparungen und Postenstreichungen haben unter den Beamten zu einer enormen Verunsicherung geführt. Die Verschmelzung von Polizei und Gendarmerie zu einem einzigen Wachkörper führt dazu, dass nun Landesgendarmeriekommandant, Sicherheitsdirektor und Polizeidirektor um einen Sessel rittern.

In Salzburg etwa werden sich voraussichtlich alle drei um den neuen Posten des Landespolizeikommandanten bewerben. Nach den bisherigen Erfahrungen mit Strassers Personalpolitik ist vorerst freilich nur klar, welches Parteibuch der neue Kommandant haben wird.

Der 45-jährige Lang beteuerte immer wieder öffentlich, mit Parteipolitik nichts zu tun zu haben. Er selbst hält sich für liberal und sagt, er besitze kein schwarzes Parteibuch. Das wäre freilich auch gar nicht nötig: Die Loyalität Langs - der über sich nur noch den Sicherheitsdirektor und den Minister hat - zu Strasser halten ehemalige Kollegen aus Salzburg für mindestens so unerschütterlich wie seinen Ehrgeiz.

Sein Karrierestreben hat dem Salzburger aus St. Johann im Pongau den steilen Aufstieg bis zum Leiter von Strassers Reformarbeitsgruppe "Team 04" beschert. Dass er gerne alles umkrempelt, hat der Vater von zwei erwachsenen Söhnen schon einmal bewiesen: Als Abteilungskommandant der Gendarmerie in Hallein hat er so lange reformiert, bis er schließlich auch seinen eigenen Job wegrationalisiert hatte. Der Abteilungskommandant wurde im Sinn flacherer Führungsstrukturen einfach abgeschafft.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde der Kriminalist aber erst im November 2000 im Zuge der Brandkatastrophe im Seilbahnstollen auf das Kitzsteinhorn bekannt. Lang leitete die Ermittlungen in Kaprun und agierte im Umgang mit Medien und Politikern souverän. So wurde auch Strasser auf den heute einflussreichsten Polizisten Österreichs aufmerksam.

Der Aufstieg hat freilich auch seinen Preis. Während Lang in Wien als Strassers Reformmotor Karriere macht, blieb seine Ehefrau Birgit in Salzburg zurück.

Andererseits: Für Franz Lang wurde sogar das Gehaltsgesetz geändert. (DER STANDARD, Printausgabe, 14.11.2003)