Wien - Aus unbekannten Gründen ausgelassene Stationen, eingezogene U-Bahn-Garnituren und Zehnminutenintervalle am Morgen: Manche Fahrgäste vermuten seit Mittwoch einen Bummelstreik bei den Wiener Linien. Das Unternehmen dementiert.

"Wir fahren allerdings trotz des Streiks nicht in dichteren Intervallen. Das ist auch nicht nötig, da wir nur auf einzelnen Strecken zu Spitzenzeiten bis zu 15 Prozent mehr Kunden haben und die Kapazität dafür ausreicht", meint Johann Ehrengruber, Sprecher der Wiener Linien. Auch Gerüchten über vermehrte Pannen tritt er entgegen: "In den vergangenen Tagen war es sogar erstaunlich ruhig, bei unserer Leitstelle werden nicht mehr Ausfälle registriert."

Kein Mehrumsatz

Mehr Umsatz für die Verkehrsbetriebe erwartet Ehrengruber übrigens nicht: "Wir gehen davon aus, dass die meisten Pendler aus dem Umland statt der Schnellbahn das Auto bis zu einer U-Bahn nehmen. Die Betroffenen haben ohnehin bereits Zeitkarten, sie benützen einfach andere Linien statt der gewohnten."

Park&Ride-Anlagen sind voll Die Vermutung wird vom Garagenbetreiber Apcoa bestärkt. Die Park&Ride-Anlagen der Firma sind besonders am Stadtrand schon am frühen Vormittag voll. In der mit 1800 Stellplätzen größten Anlage in Erdberg, an der Südosttangente, beträgt der Autozuwachs dagegen nur rund zehn Prozent. "Aber das liegt wahrscheinlich daran, dass die meisten nicht via Autobahn zur U-Bahn wollen", meint eine Mitarbeiterin. (moe, DER STANDARD Printausgabe 14.11.2003)