Personen, die Kopien von Filmen und Musikalben stehlen und im Internet vor deren offiziellem Freigabedatum posten, könnten strafrechtlich verfolgt werden. Das sieht ein Gesetzesentwurf vor, der am Donnerstag im US-Senat eingebracht wurde. Das Gesetz für die Rechte von Künstlern und Diebstahlsverhinderung erleichtert die Verfolgung von mutmaßlichen Piraten, die "Pre-Release"-Filme und Musik online anbieten.

Bevor sie ins Kino kamen

Die Film- und Musikindustrie will vor allem solche Vorveröffentlichungen verhindern. Dieser Trend sei die größte Gefahr für die Industrie: Im heurigen Jahr haben bereits Kassenhits wie "The Hulk" und "Matrix Reloaded" im Internet die Runde gemacht, bevor sie ins Kino kamen. Musiker wie Jay-Z und G-Unit waren gezwungen, die Starttermine ihrer Alben vorzuziehen, nachdem Raubkopien im Netz zu Hits wurden. Nach Industrieerhebungen sollen illegale Filmkopien die Filmstudios um DVD-Verkäufe in Höhe von einer Mrd. Dollar (860 Mio. Euro) jährlich bringen. Die Musikindustrie soll dadurch im vergangenen Jahr 700 Mio. Dollar verloren haben.

Gefängnisstrafen unabhängig vom jeweiligen Wert

Nach gegenwärtigen Bestimmungen gibt es bei Raubkopien nur strafrechtliche Konsequenzen, wenn der Wiederverkaufswert der gestohlenen Ware über 2500 Dollar liegt; das geplante Gesetz sieht Gefängnisstrafen unabhängig vom jeweiligen Wert vor. (David McGuire, Der STANDARD Printausgabe, 14. November 2003)