Port-au-Prince - In Haiti hat die Polizei am Donnerstag bei der gewaltsamen Auflösung einer Demonstration eine 21-jährige Studentin erschossen. Nach Angaben von Augenzeugen wurde die junge Frau in Gonaives, 170 Kilometer nördlich der Hauptstadt Port-au-Prince, von einer Kugel in den Kopf getroffen. Rund hundert Menschen waren dort einem Aufruf der "Widerstandsfront Anti-Aristide" gefolgt und hatten gegen die Regierung von Präsident Jean Bertrand Aristide protestiert.

Bereits am Montag war in Gonaives ein siebenjähriges Mädchen getötet worden, als die Polizei das Feuer auf Demonstranten eröffnete. In Port-au-Prince demonstrierten am Donnerstag rund tausend Studenten gegen Aristide. Die Polizei setzte Tränengas ein und feuerte Warnschüsse in die Luft.

In dem Karibikstaat ist die Lage angespannt, seit Ende September der Anführer einer bewaffneten Gruppe, Amiot Métayer, tot aufgefunden wurde. Obwohl die Gruppe der Regierungspartei nahe stand, gingen seine Anhänger davon aus, dass Aristide die Tötung veranlasste. Nach dem Vorfall nannte die Gruppe sich "Widerstandsfront Anti-Aristide". Mindestens 14 Menschen wurden seit dem Beginn der Unruhen getötet und rund 40 weitere verletzt. (APA)