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Washington - Nach neuesten demographischen Erkenntnissen könnte die Weltbevölkerung bis 2050 um weitere 2,6 Mrd. Menschen zunehmen, meinen Wissenschaftler der Rockefeller und Columbia University in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science. Derzeit leben auf dem Planeten 6,3 Mrd. Menschen.

Vom Beginn der Zeitrechnung bis 1950 dauerte es bis die Menschheit die Zahl von 2,6 Mrd. erreichte. In nur 24 Jahren (1974) verdoppelte sich diese Zahl erneut. 1999 war die magische Grenze von sechs Mrd. Erdbewohnern erreicht. Laut den ersten vorsichtigen Schätzungen der Wissenschaftler nimmt die Bevölkerung in den Industrieländern erwartungsgemäß langsamer zu als in den Entwicklungsländern. Die Wachstumsrate ist aber generell langsamer. Dennoch werden die urbanen Gebiete vor allem in den Entwicklungsländern stetig wachsen, berichtet Joel Cohen vom Laboratory of Populations. Allein im Jahre 2000 gab es 19 Metropolen mit mehr als zehn Mio. Einwohnern, allerdings liegen nur die vier Städte Los Angeles, Tokio, Osaka und New York in den Industrieländern.

Zunehmendes Alter

Ohne Zweifel steht für den Demographen fest, dass die Menschen älter werden, und dass gegen Krankheiten wie Aids bessere und vor allem lebensverlängernde Medikamente entwickelt werden. Das wirkt sich auf die Bevölkerungszahl natürlich aus. In den Entwicklungsländern wird die Zahl der Einwohner sechsmal schneller wachsen als in den Industriestaaten. Auch die Bevölkerungsdichte wird von 45 pro Quadratkilometer (Stand 2000) auf 66 im Jahre 2050 ansteigen. 2050 werden auf jedes Kind (bis max. vier Jahre) 2,5 Menschen, die 60 oder älter sind, kommen. Diese Überalterung werde auf die Gesundheits- und Pensionspolitik immense Auswirkungen haben, schätzen die Experten.

Cohen räumt in seiner Untersuchung aber ein, dass es nicht eindeutig sei, wie sich die Bevölkerung tatsächlich entwickle. Festzustehen scheint aber die Abnahme der Fruchtbarkeit, eine zunehmende Überalterung und Veränderungen bei Lebensgemeinschaften, räumt der Experte ein. Die Untersuchung des Wissenschaftlers ist im Rahmen einer vier-wöchigen Serie zum Thema "The State of the Planet" veröffentlicht worden. Dabei geht es um die Zukunft der Erde und um neue Wege zur Problemlösung. (pte)