Wien - Fünfzehn der rund 80 am Donnerstag durch die Räumung einer illegalen Herberge in der Wiener Ullmannstraße obdachlos gewordenen Afrikaner (DER STANDARD berichtete ) sind am Freitag bei der Flüchtlingshelferin Ute Bock aufgetaucht.

Unterkunfts - Versprechen

Noch am Donnerstag verkündete Ernst Graf vom Dezernat für Sofortmaßnahmen der Wiener Magistratsdirektion: "Wir haben jedem Bewohner eine Liste preiswerter Pensionen mitgegeben." Wer sich einen Platz dort nicht leisten könne, werde in der Schlafstelle für obdachlose Asylwerber untergebracht: "Auf der Straße landet keiner."

Nicht leistbar Pensionen

Die von der Stadt Wien vorgeschlagenen "billigen Ersatzunterkünfte" - Pensionen, wo eine Übernachtung nur 20 Euro kostet - seien für die Betroffenen unbezahlbar, heißt es bei SOS-Mitmensch; der illegale Quartiergeber, der Verein Suara, hatte rund acht Euro pro Nacht verlangt. Nicht leistbar für jemanden, der nicht arbeiten darf. "Im Hotel Sacher wären auch noch ein paar Betten frei", kommentiert Frau Bock die Situation resigniert.

Neues Angebot

Die Obdachlosen sollten sich "in den Flüchtlingsnotunterkünften der Stadt" melden, reagierte Pressesprecher Horst Lassnig.

Unterkunft bei Frau Bock

Gemeinsam mit SOS Mitmensch bietet Frau Bock Asylwerbern ohne festen Wohnsitz die Möglichkeit sich obdachlos zu melden, um über eine Postadresse zu verfügen.

Ständige Postadresse ist wichtig

Eine ständige Postadresse ist für Asylwerber wichtig, da die Asylbehörden aufgrund nicht zustellbarer Schriftstücke das Asylverfahren einstellt. Diese Personen gelten dann als "untergetaucht" und werden so in die Illegalität gedrängt. Da nur wenige einen Platz in der Bundesbetreuung finden, schlafen viele Asylwerber einmal hier, einmal dort. Erfahrungsgemäß kommen Flüchtlinge immer wieder bei befreundeten Landsleuten, die bereits Fuß fassen konnten für einige Wochen unter, müssen dann aber wieder weiter.