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Die Holzproduktion muss zurückgefahren bzw. in einzelnen Werken sogar vorübergehend eingestellt werden

Foto: EPA/Salek
Wien - Dramatische Auswirkungen hat der ÖBB-Streik auf die Holzindustrie in Österreich. Die Produktion musste zurückgefahren bzw. in einzelnen Werken sogar vorübergehend eingestellt werden. Der Hauptverband der Land- und Forstwirtschaftsbetriebe Österreichs schätzt die Mehrbelastung durch den Wegfall des Bahntransportes auf 5 Euro je Festmeter Holz. Der Jahresdurchschnittspreis 2002 lag für das Leitsortiment Fichte/Tanne B, Media 2b bei 74,58 Euro je Festmeter.

Die heimischen Holz verarbeitenden Unternehmen hätte aus Umweltgründen in den vergangenen Jahren vielfach auf den Transport über die Bahn umgestellt, erläuterte Verbandspräsident Stefan Schenker. Etwa 30 bis 50 Prozent des Holzes werden mittlerweile im Schnitt bei den Unternehmen auf der Bahn transportiert. Durch den Streik stünden derzeit keine Waggons zur Verfügung und das Holz müsse zwischengelagert werden, hieß es.

"Innovationsschub" beim Straßenverkehr

Als Reaktion auf den Bahnstreik werde es zu einem "Innovationsschub" beim Straßenverkehr kommen, glaubt Schenker. Derzeit werde bereits - unabhängig vom ÖBB-Streik - ein neues System geprüft, das in Neuseeland und Australien bereits erfolgreich eingesetzt werde und auf Basis faltbarer Container basiere, so Schenker.

Im Hauptwerk der Österreich-Tochter des finnisch-schwedischen Holz- und Papierkonzerns Stora Enso in Ybbs an der Donau wurde heute, Freitag, die Produktion bereits eingestellt. Sollte der Streik weiter gehen, werde auch in den anderen drei Standorten in Brand bei Zwettl, Sollenau bei Wien und St. Leonhard in Kärnten die Produktion zurückgenommen, sagte Vorstandsdirektor Dieter Kainz.

Abhängigkeit

Stora Enso sei sowohl beim Rohstoff-Antransport als auch beim Abtransport von Hackgut und Schnittholz von der Bahn abhängig, sagte Kainz. So weit wie möglich weiche man auf Lkw aus, vollständig kompensierbar sei der Ausfall des Bahntransportes aber nicht.

Wie hoch der Schaden aus dem ÖBB-Streik für Österreichs größtes Sägewerk ist, sei noch nicht absehbar, werde jedoch "beträchtlich" sein, sagte Kainz. Mehrkosten entstünden nämlich nicht nur durch die ausfallende Produktion, sondern auch durch die Tatsache, dass durch den Streik bestehende Verträge teilweise nicht eingehalten werden könnten.

Das Problem sei zudem, dass es selbst bei einem Ende des Streiks mehrere Tage dauern werde, bis das Bahnnetz wieder funktioniere, so Kainz.

Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) sind nach Auskunft von ÖBf-Sprecher Bernhard Schragl derzeit auf Grund ausreichender Lagerkapazitäten "noch nicht betroffen". Sollte sich der Streik jedoch bis zu einer Woche hinziehen, werde es zu Engpässen kommen. Dann könnte es auch zu Konflikten mit Lieferverträgen kommen, hieß es.(APA)