Brüssel - US-Außenminister Colin Powell wird am Dienstag in Brüssel mit seinen Amtskollegen aus der EU die heikle Sicherheitslage im Irak erörtern. Aber auch eine ganze Reihe anderer brisanter Themen soll bei dem Treffen zur Sprache kommen, etwa das künftige Verhältnis von EU und NATO, die Situation im Nahen Osten, der Kampf gegen den Terrorismus und Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen sowie die Weitergabe von Passagierdaten durch europäische Fluglinien. Bereits am Montag kommen die EU-Außen- und Verteidigungsminister in Brüssel zusammen, um über die geplante Europäische Rüstungsagentur zu reden."Vitale Rolle" der UNO

Es wird erwartet, dass die EU-Außenminister bereits am Montag in Brüssel erneut auf eine rasche Übergabe der Regierungsgeschäfte an die irakische Bevölkerung und auf eine "vitale Rolle" der UNO beim Wiederaufbau des Landes drängen. Allerdings sei auch in der EU klar, dass der Abzug aller ausländischen Truppen den Irak in ein Chaos stürzen würde, sagte ein EU-Diplomat.

Am Montag wollen die EU-Außen- und Verteidigungsminister Vorbereitungen für die Schaffung einer Europäische Rüstungsagentur treffen, die Anfang nächsten Jahres ihre Arbeit aufnehmen soll. Die Agentur, die auch in der künftigen EU-Verfassung verankert sein wird, soll den EU-Staaten bei der Beschaffung von militärischen Gütern eine Kostenersparnis und effizientere Zusammenarbeit ermöglichen. Allerdings ist der Standort und die Finanzierung der Rüstungsagentur noch nicht entschieden. Rüstungsagentur Die Einrichtung der Rüstungsagentur wird laut Diplomatenangaben auch mit einer Aufwertung der EU-Verteidigungsminister einher gehen, die bisher in der Union keine Beschlüsse fassen konnten. Sie sollen künftig die Kontrolle über die Rüstungsagentur haben und auch im Rahmen des EU-Rates für Allgemeine Angelegenheiten und Außenbeziehungen zusammentreten können. (APA)