Wien/Innsbruck - Drogenfahnder in Wien und in Innsbruck vermeldeten am Freitag größere Erfolge im Kampf gegen den illegalen Suchtgifthandel. In der Bundeshauptstadt wurden zehn mutmaßliche Heroin-und Kokaindealer verhaftet. In der Tiroler Landeshauptstadt reichte eine Verhaftung für die Sicherstellung der Cannabis-Rekordmenge von 59 Kilo.

Schmuggel in Seifenverpackungen

Die afrikanischen Verdächtigen aus Wien sollen eine "Connection" nach Hamburg aufgebaut haben. Heroin und Kokain wurden unter anderem in Seifenverpackungen nach Österreich geschmuggelt. Ein als angeblicher "Suchtgiftbunker" schon seit Monaten umstrittenes Wohnheim in Hernals habe sich in diesem Fall als "Verteilerzentrale für Großmengen" herausgestellt, berichtete Georg Rabensteiner vom Kriminalkommissariat West. Im Aufenthaltsraum des Hauses habe ein Großdealer seine Abnehmer "im Stundentakt" empfangen. Aufgrund gemeinsamer Ermittlungen mit Hamburg wurde klar, dass Anfang November eine größere Lieferung kommen würde.

Callcenter gestürmt

Die Polizisten legten sich daraufhin auf die Lauer und schlugen in mehreren Etappen zu. Zuletzt stürmten sie ein Callcenter in Wien-Leopoldstadt, dessen Inhaber Geldüberweisungen für die Drogendeals getätigt haben soll. Resümee: Außer 2,4 Kilogramm Heroin und Kokain mit einem Straßenverkaufswert von 250.000 Euro wurden 10.640 Euro Bargeld und 35 Handys sichergestellt.

Mysteriöser Schlüssel

Die 59 Kilo Haschisch, die die Innsbrucker Polizei in einem Bunker fand, sollen einem 29-jährigen Tiroler gehören. Der Mann war bereits vergangene Woche verhaftet worden. Einer der zahlreichen Schlüssel, die er bei sich hatte, konnte nicht zugeordnet werden. Die Polizei vermutete eine Garage als Versteck. Insgesamt 30 Gendarmerie- und Polizeischüler wurden beauftragt, mehrere 100 Garagen und Keller in dem Innsbrucker Stadtteil Kranebitten abzusuchen.

550.000 Euro Straßenwert

Der Verdächtige will mit der verbotenem Substanz nichts zu tun haben. Laut Walter Pupp, dem Leiter des Polizeireferates für Gewaltdelikte, habe das Haschisch einen Straßenverkaufswert von 550.000 Euro. Es handle sich um "beste Qualität", wie Pupp feststellte. (APA, simo, DER STANDARD Printausgabe 15/16.11.2003)